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Great Barrier Reef hat Schaden genommen

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    • Great Barrier Reef hat Schaden genommen

      Hallo,

      wollte nachfragen, wie hier im Forum die Meinung zu dem Artikel des Spiegels ist?

      spiegel.de/wissenschaft/natur/…bzusterben-a-1142645.html

      Irgendwie habe ich das Gefühl, dass da mehr als nur die Erwärmung des Oceans um ein ganzes Grad Celsius, der Schuldige sein wird. Wenn bei mir im Aqua die Temp sogar um 3 Grad permanent steigt, für Monate, bleicht da nichts aus.

      Warum bleichen die Korallen im Norden des Riffs ab, aber nicht im Süden? Befindet sich eher im Norden Industrie mit ihren Abwässern? Im Süden nur saubere Großstädte? Ich weiß es nicht.

      Was denkt ihr?

      Gruss
      artur
    • Hallo zusammen,

      man sollte schon die Dinge etwas genauer benennen. Es sind nicht die um 1Grad höheren Temperaturen, die den Korallen den Garaus machen, sondern meist eine Erwärmung auf über 30 Grad! Wenn auch nur kurzzeitig. Das Ergebnis ist ein Zooxanthellensterben und damit wird nicht nur die Kalkproduktion der Korallen unmöglich gemacht, sondern durch diese Schwächung auch mikrobiellen Infektionen Tor und Tuer geöffnet. Das wiederum beschleunigt die Mortalität erheblich. Dazu kommen noch die Einflüsse veränderter Stroemungen, in ihrer Gewalt und Temperatur. Dass in manchen Gegenden möglicherweise auch Industrieabwaesser eine Rolle spielen, kann sein, aber spielt wohl eine untergeordnete Rolle.
      So ist eine Erhöhung der Beckentemperatur natürlich nicht von Uebel, solange sie die 30 Grad Marke nicht überschreitet.
      Gruss
      Hajo
      Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
      Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
      aber aufhören zu leben.
      (Mark Twain)
    • Ich war vor 4 Wochen auf den Malediven und 98% des Hausriff waren hin. Auch die Ausfahrten mit dem Boot zu anderen Plätzen waren nicht viel besser. Die Basis sagte uns das sie letztes Jahr im Mai eine Woche 30 Grad auf 25m hatten und danach die Korallen hin waren. Ein Trauerspiel....noch waren genug Fische in und um die Korallen, jedoch war die Erosion des Riffs im vollen Gange...

    • Klingt ja übel.

      Mal sehen wie lange es dauert, bis die Korallen-Entnahmen für die Aquaristik verboten werden, wenn das so weiter geht oder schlicht keine CITES Papiere mehr ausgestellt werden.

      Das Problem mit der Erwärmung der Meere ist ja schon gegessen. Ändern würde man daran nichts mehr, auch wenn man die Industrie der Welt auf einen Schlag stoppen würde. Trotzdem würde es dann noch einige Jahre weiter wärmer werden.

      Da ist die Idee mit der genmanipulierten Zooxanthelle vielleicht nicht so verkehrt.

      Irgendwann wird eine Zeit kommen, in der lebende Riffe, nur noch in unseren Aquarien existieren werden.
    • hallo

      Anfang des Jahres waren auf Mauritius die höchsten Wasserwerte von 36°C.
      Gebt mal bei YouTube coral bleaching 2017 ein, dann grenzt mal die Zeitdauer auf letztem Monat.
      Da erschreckt man.
      Da sind soviele Faktoren wie CO2 Ausstoss, Versauerung der Meere, Temperaturanstieg, Salzgehalt sinkt, Umwelt-Katastrophen, der Mensch selber, Dornenkronen, Algenplagen usw.
      Das Riff hat gsr keine Zrit sich zu Regenerieren.

      Lg
      Mirko
    • Hallo,

      das Problem im Moment ist auch die kurze folge solcher Bleaching-Events, dass haben aber die Loch's bereits im vorletzten "MeerwasserAquarianer" beschrieben. Durch die rasche Folge, können die Larven auch nicht die Riffe regenerieren, wie es noch in den 90-ern auf den Malediven war.

      Im übrigen gibt es viele Forschungen zu Zooxanthellen-Stämmen, die wärmeresistenter sind (z.B. bei Pocillopora). Guckt hier:
      naturalsciencenews.com/2016/06…-prevent-coral-bleaching/
      iflscience.com/plants-and-anim…-swapping-algal-partners/
      ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1636081/

      Allein, wer will diese Zooxanthellenstämme gewinnen, vermehren und in die Korallen schleusen.- das geht praktisch nicht.
    • Hallo Artur,

      wenn ich das richtig sehe, unterliegst Du einem kleinen Denkfehler: Auf der Südhalbkugel liegt der Norden im Süden, verquert ausgedrückt, soll heißen, im Norden Australiens sind die Tropen, in der Mitte die mitunter sehr heißen Subtropen und im Süden ist es schon +/- warm-gemäßigt. Es ist also logisch, dass die Korallen zuerst im Norden und in der Mitte ausbleichen und im kühleren Süden weniger. Außerdem wirkt sich El Ninjo im tropischen Norden stärker aus. Wenn im Sommer die Bewölkung ausbleibt, sind Strahlungsbelastung und Wassertemperatur gleichzeitig erhöht und auch die Nährstoffsituation verändert sich durch die veränderten Wasserströmungen.

      Mit El Ninjo passieren derzeit ziemlich unheimliche Sachen: 2014 erwärmte sich der Pazifik so stark, dass man glaubte, es könnte ein El Ninjo-Jahr werden, der kam dann aber nicht. Ein Jahr später 2015/2016 kam dann der El Ninjo und Anfang dieses Jahres erwärmte sich das Wasser vor Peru schon wieder stark und es trat erneut ein El Ninjo auf, der zu den katastrophalen Überschwemmungen in Südamerika führt, von den wir derzeit fast täglich in den Nachrichten hören. El-Ninjo-Jahre erhöhen die globale Oberflächentemperatur deutlich und bringen die Klimaerwärmung sprunghaft voran. Die Klimaerwärmung ist kein gleichmäßiger Prozess, es gibt Pausen und sprunghafte Temperaturerhöhungen. Niemand weiß, wie es weiter geht. Zeit zum Handeln.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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      Franconia Franca

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Hans-Werner ()

    • Hallo

      wenn man die Bilder von dem schönen Riff sieht kann es ja einen angst und bange werden.
      wie gehen wir nur mit unserer schönen Natur um.
      Lg wernerkoi
      Das Becken 2mx0,60x0,60cm
      Filter Rollermat Abschäumer Royal Exklusiv 200+Rd3
      2x Maxspekt 15000k180W + 3 leuchtbalken
      Ozon Magnetfilter mit Absorber Zeolith und Filter Kohle.u.Algenrefugium
      ?( :bfish:
    • Hi,
      ''wie gehen wir nur mit unserer schönen Natur um''
      mal abgesehen von den Ausuferungen der Globalisierung, den Egoismen der Menschen in den 'Industrienationen', welche die Ressourcen mehr als zweier Planeten Erde verbrauchen, ein Resumee, das eigentlich nur eine Phrase sein kann.
      ''Zeit zum Handeln'' ist seit dem ersten Kyoto-Klimaprotokoll vor 20! Jahren demnach auch nur ein Lippenbekenntnis zum Zustand des Weltklimas, hat aber substanziell wenig bis nichts gebracht.

      Angefügt zu Hans-Werners Erklärungen gab es vor ca. einem Jahr eine sehr gute Dokumentation im Fernsehen
      über den Klimawandel, die sich eingehend mit den Eiszeiten und Wärmeperioden beschäftigte.
      Demnach verschwanden im Mittelalter im Zuge einer letzten größeren Erderwärmung bereits einmal ca. 3/4 aller Gletscher weltweit.
      Damals wurde wohl die Erwärmung noch nicht von Menschen verursacht, denn lt. Schätzung der UNO lebten nur ca. 500 Mio. Menschen weltweit. (vgl. vor 2000 Jahren waren es nur 300 Mio.)
      Seit 1700 stieg die Population kontinuierlich an um sich innerhalb des 20. Jh. zu vervierfachen; aktuell liegt nun die Weltbevölkerung bei 7,3Mrd. Menschen. Unbestritten dürfte daher sein, das die Anzahl maßgeblich das Klima beeinflußt. Die Berechnungen der UN für das Jahr 2100 lassen Schlimmstes befürchten.


      Ich denke, so wertvoll Riffe auch für die Ökologie der Meere sind, -genau wie die landbedeckten Hemisphären der Erde, wird die Evolution ihren Weg finden, um mit der 'Plage' Mensch fertig zu werden. Letztendlich wird das nur durch eine Dezimierung der Weltbevölkerung erreicht werden.

      Gruß,
      Stefan
      Servus
      Stefan

    • Die Entwicklung am Great Barrier Reef verfolge ich nun schon seit Jahren und die Meeresbiologen warnen schon lange vor den nun einzutretenden Folgen. Ich als naturverbundener Mensch bin von den dramatischen Berichten der Wissenschaftler vor Ort sehr schockiert. Muss aber auch gestehen, dass auf meiner Liste tauchen im GBR ganz oben steht. Meine Freundin und ich haben eigentlich für diesen September einen Trip dahin geplant, sie machte mir sogar eine riesige Freude, als sie mir einen Gutschein fürs tauchen organisierte, den sie hier im Netz gefunden hat. Weil man ja einen Tauschschein besitzen muss, um doch ins Wasser gehen zu dürfen. Doch jetzt haben wir uns entschieden unseren Trip zwar zu machen, aber nicht mehr im GBR tauchen zu gehen. Wir wollen nicht die Zerstörung dieses wundervollen Ortes vorantreiben.
      Würdet ihr nicht das Tauchen dort ganz verbieten lassen? Was haltet ihr davon?
      "Die Liebe ist wie das Meer uralt und doch immer wieder neu."
    • Hi,
      mir sowieso unverständlich, das die Touristenflüge mit den Frachtraten für per Flugzeug beförderte Güter subventioniert werden.

      Vor 15 Jahren hatte ich einmal in Erwägung gezogen, den Tauchschein zu machen, bin jedoch zum Schluß gekommen, das mir das Aquarium dann doch schon als Umweltfrevel genug ist und ich die Natur vorort mit meiner Anwesenheit nicht noch zusätzlich penetrieren muß.

      Tauch-Junkies wird man nie vermitteln können, dass sie aus purem Egoismus ihr 'Hobby' betreiben und damit zum nicht unerheblichen Teil ihren Beitrag zur Störung der Ökosysteme leisten; jeder will natürlich unberührte Natur erleben und dann wars das auch mit 'unberührt'.
      Mir ist da eine Dokumentation aus dem Fernsehen (wird wohl kaum gestellt gewesen sein) in Erinnerung, wo einige Dutzend Boote ihre Ladung an Tauchern auf einem 1 km2 ins Wasser entliessen und knappe 1000 Neoprenjünger der Pirsch fröhnten....
      Servus
      Stefan

    • Hallo,

      es ist durchaus korrekt, dass zu viel Touristen (Taucher) ein Riff zerstören können, vor allem wenn dieses durch Umwelteinflüsse vor geschädigt ist, gute Beispiele, Sipadan, Borneo, im Flachwasser gibt es zwar wieder schnellwachsende Arten, aber ein paar Meter tiefer ist nur Schutt, oder das Riff bei den Gilis, Lombok (Bali) auch hier fast nur Schutt, auch wenn es Wiederansiedlungsprojekte gibt... Man darf aber auch nicht nur das Offensichtliche betrachten, denn egal ob jetzt Aquaristik, oder Tauchen, es sollte reguliert sein und dann kann es eine Möglichkeit darstellen, wie die einheimische Bevölkerung das Riff nutzen kann, ohne es zu zerstören und der Erhalt auch in deren Fokus liegt! Was bringt es , wenn man das Tauchen und die Entnahme von Tieren verbiete, die Leute vor Ort aber kaum Möglichkeiten haben ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und somit zu Mitteln, wie das Dynamitfischen greifen!? Wer schon mal "gebomte" Riffabschnitte gesehen hat weiß, dass selbst tausende von Tauchern lange brauchen um ein Riff derart zu ruinieren!

      Gruß Michael
    • Hallo Dietmar, hallo zusammen,

      das Palmöl ist ja nur im Diesel und dessen Zukunft ist zu meiner Freude jetzt recht fragwürdig geworden. Alleine in Europa gibt es über 11.000 mehr Tote durch die nicht eingehaltenen Abgaswerte der vorwiegend deutschen Dieselfahrzeuge, also alleine durch den Mehrausstoß, der bisher, natürlich mit Wissen des Bundesverkehrsministeriums, vertuscht wurde. Es ist absolut richtig, dass der Palmölanbau die Seuche ist, vor allem in Indonesien, wo ganze Inseln nur noch Plantagen sind, kein Primärwald mehr. Das hat auch Folgen für die Riffe, z. B. durch Sedimenteintrag von Land. Das meiste Palmöl wandert in Treibstoffe, Diesel und "Bio"-Diesel. Wenn es damit endlich zu Ende ginge, wäre ich sehr froh.

      Den Palmöl-Zusatz auf die EU zu schieben, ist m. E. nicht richtig. Auch die EU besteht aus ihren Mitgliedsstaaten, und Gesetzentwürfe werden von den Abgeordneten aus den Mitgliedsstaaten und aus ihren Parteien eingebracht. Ich bin mir zu nahezu 100% sicher, dass so ziemlich alles, was zur Förderung des Automobilismus in die EU eingebracht wird, aus Deutschland stammt, ganz einfach, weil die Autoindustrie hier so wichtig ist oder zumindest so wichtig genommen wird. Die EU wirkt hier eher regulierend und will erzwingen, dass auch hierzulande die Autoindustrie besser kontrolliert wird. Das wurde auch höchste Zeit.

      Michael, ich bin zu 100% der gleichen Meinung! Es liegt an der Durchführung, ob Tourismus und Riffaquaristik mehr Schaden oder mehr Nutzen für die Riffe sind. Meist wohl eher ein Nutzen, denn die Alternativen sind, wie von Dir richtig beschrieben, noch viel schlimmer. Insofern sehe ich alle Maßnahmen zur Verringerung von Riffentnahmen etwas zwiegespalten bis skeptisch. Wenn man die Riffe für die Naturentnahmen von Tieren nicht mehr braucht, wird man sich dann vielleicht doch den alternativen "Nutzungsformen" zuwenden? Hinzu kommt, dass man erst einmal eine ordentliche Ökobilanz für die Naturentnahmen (Flug usw.) und für die andernorts gezüchteten Tiere (Licht, Heizung, Kühlung usw.) erstellen müsste. Es nutzt ja nichts, wenn man die Naturentnahmen verhindert oder vermindert um dann mit CO2-Ausstoß und globaler Erwärmung zur Zerstörung der Riffe beizutragen. Ein guter Kompromiss wären wahrscheinlich Naturentnahmen in Riffen und Vermehrung von besonders wertvollen, farbigen Korallen, die höhere Preise erzielen, vor Ort.

      Grüße

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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      Franconia Franca
    • Hallo Hans-Werner,

      so ganz unkommentiert kann man deine Ansage nicht stehen lassen: nur 5% der Welternte finden Verwendung in Treibstoffen und der Energiegewinnung aus KWK-Anlagen, und das WELTWEIT. Alle Zahlen, die darüber hinausgehen, beruhen auf medialer Stimmungsmache. Wenn NABU und WWF von 8,5Mio to in Kraftstoffbeimischungen sprechen (der Wert hat sich von 2010-2014 versechsfacht), lassen sie natürlich die Zahl wirken und unterscheiden nicht nach Einsatzzweck und -Pflanze.
      Hierzulande findet eher der Raps in den >Bio<diesel, wobei dies einen noch größeren ökologischen Frevel als das Palmöl in der Energiegewinnung darstellt.
      Der Anteil an beigemischtem Raps, Soja, Palmöl und Sonnenblumen im BIODIESEL macht in Summe 7% von 100 % aus.

      Zudem gibts in der EU nur noch zertifiziertes Palmöl aus nachhaltigem Anbau. Palmöl ohne Zertifizierung (nach der letzten Novellierung) hat auf dem EU-Markt keine Chance mehr auf Absatz.
      Tatsache ist allerdings, allle bisher entstandenen Plantagen lassen sich nicht renaturieren.
      Mag die Zertifizierung auch umstritten sein, -Tatsache ist, das in jedem zweiten Produkt des täglichen Bedarfs das Öl enthalten ist. Hier sprechen die Umweltverbände wiederum von einem Rückgang des verwendeten Öls Grund der Sensibilisierung der Konsumenten.
      Kann man getrost auch als Falschinformation (be)werten...
      Servus
      Stefan

    • Hallo Stefan,

      wie immer ein Argument parat! ;) :thumbup: Die Wikipedia-Zahlen, die mit den von Dir angegebenen Zahlen übereinstimmen, stammen aus dem Jahr 2011, sind also nicht ganz aktuell. Ich denke, dass sich diese Zahlen mittlerweile geändert haben und sich in die Richtung gedreht haben, wie das auch von Nabu und Kampagnen-Plattformen verkauft wird. Laut diesem Artikel hat sich die Palmöl-Beimischung zum Diesel alleine in den vier Jahren von 2010 bis 2014 versechsfacht auf 10 Millionen Liter täglich (in 2014, jetzt sind wir noch einmal drei Jahre weiter!)! Eine Ursache dürfte sein, dass so viel Rapsöl gar nicht produziert werden kann oder soll, zum einen wegen der Öko-Bilanz und zum anderen wegen des offensichtlichen Frevels, solche Mengen an landwirtschaftlichen Produkten im Kfz-Bereich zu verbrennen.

      Klar, das schreibt sogar der WWF, dass alle Alternativen zum Palmöl noch schlechter sind. Das betrifft vor allem die anderen Verwendungen, also Kosmetik-Industrie und Nahrungsmittel-Industrie. Beim Auto gäbe es schon bessere Alternativen, nämlich neue Verkehrskonzepte (öffentlicher Nah- und Fernverkehr), sparsamere statt immer größere und schwerere Autos, Förderung und Ausbau des Fahrrad- und E-Bike-Verkehrs usw.. Klar, dass wird der Autoindustrie und ihrer Lobby (Wissmann) nicht gefallen, ist aber dringendst notwendig.

      Also, bevor man etwas als Falschinformation abtut, erstmal auf die Jahreszahlen und die Aktualität der unterschiedlichen Informationen schauen.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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      Franconia Franca
    • ... noch ein Nachtrag: Wenn weltweit der größte Teil der Palmölernte in Woks der Chinesen, Indonesier und die Pfannen und Friteusen der restlichen Welt fließen, ist das ja in Ordnung. Mich interessiert aber gar nicht der weltweite Vergleich sondern ausschließlich der EU-Vergleich. Man kann getrost davon ausgehen, dass auch 2010 oder 2011 schon der größte Teil des für Energiegewinnung verbrauchten Palmöls in die EU floß. Wenn man die Zahlen so betrachtet, sehen sie schon ganz anders aus. Gut, dass wenigsten der Rest der Welt etwas besseres mit landwirtschaftlichen Produkten anzufangen weiß, als damit den Individualverkehr zu betreiben.
      H ><((((°>

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      Franconia Franca
    • Hi Hans-Werner,
      auch ein Nachtrag, der mit dem eigentlichen Thema nichts mehr zu tun hat:
      du hast mit der Veränderung der aktuellen Zahlenlage recht; dennoch bleibts nach wie vor bei den 'nur' 5% ALLER Energieträger auf pflanzlicher Basis zur energetischen Nutzung. Des weiteren darfst du 'Bio'diesel und das normale Diesel nicht in einen Topf werfen,
      wie es die Medien voneinander abschreiben.
      k.A., warum du dich auf die asiatischen Länder so einschießt, denn Afrika, das eigentliche Herkunftsland der Ölpalme, spielt mit 25% anteiliger Weltproduktion eine nicht zu unterschätzende Rolle.
      Mag vielleicht daran liegen, dass medial daran kein großes Interesse besteht.
      Und genau das wäre interessanter,denn hier wird mittlerweile zum großen Teil darauf geachtet, -nachdem man aus Fehlern in der Vergangenheit gelernt hat-,das zertifiziert nach RSPA gezielt nur kleinere Plantagen bewirtschaftet werden, und das oft mitten in Urwäldern.

      Leider gehst du fehl in der Annahme, das garnicht soviel Raps produziert werden kann, wie gebraucht würde. Durch den krankhaft subventionierten Anbau von Raps und Mais als Energieträger hierzulande entstand mit den EEG-Gesetzen ein dermassen Überangebot, das krampfhaft nach Möglichkeiten gesucht wurde, die Beimischungen in Kraftstoffen fossiler Art zu erhöhen und gesetzlich zu verankern.

      Da ich mich einstmals vom Enthusiasmus der Rot/Grünen Regierung zur Energiewende mitreissen liess, stellte ich mit 'grünem' Grundgedanken die Energieversorgung meiner Firma auf das damals wohlwollend abgenickte,heute 'böse' Öl um und habe schliesslich nach Verdreifachung des Preises und ständiger Novellierungen der EE-Gesetze innerhalb 4 Jahren und nach verbrauchten 1500 to aufgegeben.

      Mit Veränderungen im Hinblick auf längst serienreife und überfällige Verkehrskonzepte gebe ich dir durchaus recht; die Lobby und Trägheit der Autoindustrie im Hinblick auf Innovationen in diesem Land sind allerdings der größte Bremskeil; verkauft wird das, was der Markt verlangt. Zur Akzeptanz für Elektro und andere Antriebe könnten die Hersteller selbst viel beitragen, aber man beweihräuchert sich lieber selbst mit Verbrennungsmotoren aus dem letzten Jh.
      Dass man hier allerdings aus Sicht des deutschen Kfz-Exports auch schief liegen kann, freut mich wiederum ungemein.
      In China stehen sich die deutschen Autos, sofern nicht elektrifiziert, bei den Händlern die Reifen platt...
      Servus
      Stefan

    • Hallo Stefan,

      Was ist dann aus Deinem BHKW geworden? Wird das jetzt konventionell mit Heizöl befeuert?

      Wenn man es mit den aktuelleren Zahlen nachrechnet, könntest Du Recht haben. Allerdings fließen dann 5% der Welt-Palmöl-Ernte alleine in das Diesel der EU.

      In der EU sind es laut Spiegel Online 45 %, die alleine in den Tank wandern und somit tatsächlich die wichtigste Verwendung, da die restlichen 55 % sich auf mehrere Bereiche verteilen. Spiegel spricht auch von einer Versiebenfachung von 2010 bis 2014. So, wie ich es gelesen habe, handelt es sich wohl überwiegend um Beimischung zu konventionellem Diesel, analog zu E5 und E10, zu dem die EU die Mitgliedsstaaten verpflichtet hat. Ob man diese Beimischung jetzt Biodiesel nennen soll ...?

      Wie Spiegel richtig schreibt, führt die gesteigerte Nachfrage nach Palmöl immer zu einer Ausweitung der Produktion, EU-Richtlinie hin oder her.

      Ich habe Asien und Ozeanien aus mehreren Gründen erwähnt: Zum Einen natürlich, weil Borneo und die Orang Utans stark in den Medien präsent sind. Dann aber auch, weil die Abholzung indonesischer Inseln Korallenriffe gefährdet, um wieder einen Anknüpfungspunkt zum Thema Korallensterben zu bekommen, und zum Dritten weil ich selbst eine indonesische Insel gesehen habe, die komplett in eine Plantage verwandelt worden war. Es hat sich dabei zwar nicht um eine Ölpalmplantage gehandelt, es war vor dem Palmöl-Boom, dennoch erschreckend. Wald gab es nur noch um einen kleinen Berg.

      Gruß

      Hans-Werner
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    • Hallo Hans-Werner,

      Ach, was Spiegel und Konsorten so schreiben...; genau das ist es , was investigativen Journalismus auszeichnet :thumbsup: .
      Hauptsache, für den Laien erschreckend zu lesen. :yiih Es gibt einfach qualitativ besseren Journalismus, wenn man sich vorangehend eingehend mit Ölen auf pflanzlicher Basis beschäftigt. Raps- und Sonnenblumenöl finden ihren Weg in das Diesel, durch Umesterung mit Methanol.

      Wer sich einmal mit Palmöl und dessen Konsistenz beschäftigt hat, weiß, das der Schmelzpunkt bei 60 Grad, die Einspritztemperatur zur Verbrennung bei 80 Grad+ liegt. Mit gesundem Menschenverstand läßt sich demnach einfach schlußfolgern, das unmöglich die Beimischungen in angegebenen Mengen in Diesel möglich sein können, da die Temperaturen in den Erdtanks der Tankstellen bei 13-15 Grad liegen. Selbst mit Additiven läßt sich das Palmöl nicht in flüssiger Form in den Tanks halten. Es würde sich ganz einfach als cremig-weiße Fettschicht auf dem Tankboden ablagern.

      Klartext: Mehr als 95% des Palmöls zur energetischen Nutzung werden in Reinstform in BHKW's verwendet. Von der Raffinerie in den Ursprungsländern, in den Tankern, im Umschlaghafen, den Tanklastzügen bis zum Endkunden wird das Palmöl konstant bei 60 Grad + beheizt, um das Öl fließfähig zu halten. Einmal hart geworden, dauert es seine Zeit, das Öl wieder flüssig zu bekommen.
      Dazu fällt mir eine Begebenheit ein: Einem Tanklastzug mit unserer monatlichen Ration von 25to fiel auf dem Transport die Heizung aus. Es war der 22. Dezember abends, als er ankam, bei -5 Grad Außentemperatur. Am 25. Dezember mittags konnte er seine Ladung abtanken, mittlerweile auf 55 Grad aufgeheizt. 5 Heißluftföns hielten das Tankrohr mit 5m bei Laune, das auf dem kurzen Weg in den vorgeheizten Tank das Öl nicht wieder hart wie Biskin wurde.

      Genau die Orang Utans waren auschlaggebend, die erst den öffentlichen Aufschrei und dann das mediale Interesse richtig befeuert hatten. Nun rückten die erschreckenden Monokulturen in das Licht der Öffentlichkeit.
      25 Jahre lang hatte es zuvor niemanden interessiert.
      Ein Gutes hat die Geschichte allerdings nun: das indonesische Palmöl hat zur energetischen Nutzung (nicht Lebensmittel-u. Kosmetikindustrie) zumindest in der EU, rspkt. Deutschland keine Chance mehr, in den Handel zu gelangen, es sei denn es ist nach RSPA zertifiziert, was aber bei den bestehenden,wild entstandenen Inselplantagen nicht möglich ist. Der Zoll ist hier allumfänglich
      bestens informiert.
      Wo sich allerdings eine Tür schließt, tut sich eine andere auf. Indien, -man mag es kaum glauben-, ist seit Jahren Nummer 1 im BHKW-Neubau. Was zuvor mit Heizöl lief, tut es jetzt mit Palmöl.

      Da ich nach wie vor meinem 'grünen' Grundgedanken verhaftet bin, und die Schulden des Palmöl-Aggregates über die nächsten Jahre auch noch irgendwie abgetragen werden müssen, habe ich in ein Biogas-BHKW investiert; -ist zwar auch nicht das Gelbe vom Ei, aber Heizöl empfinde ich als einen noch größeren Frevel und käme überhaupt nicht mehr in Frage....
      Servus
      Stefan

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Stefan C. ()

    • Hallo Stefan,

      Biogas finde ich gut, wir haben auch einen Landwirt mit Biogas-BHKW in der Nachbarschaft. Du produzierst auch Dein Biogas selbst? Grünabfälle oder nimmst Du auch Gülle mit rein?

      Du bringst mich noch in die unangenehme Situation, Journalisten verteidigen zu müssen, wo die meiner Meinung nach noch deutlich abgehobener als "die Politiker" sind. Die Journalisten sehen sich eben mittlerweile als wichtigste politische Kraft noch vor den gewählten Politikern. Daraus erklärt sich auch ihre Aktivität in solchen Fragen. Ich glaube aber nicht, dass sie mit der Beimischung zum Diesel so daneben liegen. Die EU-Richtlinien sollten sie schon korrekt wiedergeben können, nehme ich an.

      Deshalb nehme ich auch an, dass sich das Palmöl oder besser der Palmöl-Methylester im Diesel durch die Verdünnung anders verhält oder dass der Palmitin-Methylester, der das Erstarren bewirkt, abgetrennt wird.

      Der Protest beim Palmöl richtet sich vor allem gegen den exzessiven Ausbau. Solange sich die Palmöl-Plantagen im normalen Rahmen bewegt haben, hat es keinen interessiert. Da sie aber mittlerweile immer mehr in bisher ungestörte Gebiete vordringen, regt sich logischerweise Protest.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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      Franconia Franca
    • Hallo Michael,

      bei dem Viehhof in der Nachbarschaft soll es nur die Gülle sein, gibt glaube ich auch ´ne extra Förderung für Gülle. Da wir am Dorfrand gleich neben den Feldern wohnen, hat das für uns noch einen weiteren Vorteil: Die vergorene Gülle stinkt weit weniger (weniger Ammoniak?).

      Ich gebe Dir aber Recht, Maisanbau für Biogas ist nicht der Weisheit letzter Schluss.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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      Franconia Franca
    • Hallo Hans-Werner,

      da sind wir wieder bei der Unterscheidung des BIO-Diesels (Agrardiesel) und des Petro-Diesels.
      Man kanns eben in einen Diesel-Topf werfen oder beide Arten sauber nach Beimischungen trennen.
      Und dann gibt es noch das Heizöl....


      zum Biogas:
      wie ich schon geschrieben hatte: ...auch nicht das Gelbe vom Ei.
      Als Aussenstehender kann man es gut finden, für jemanden in die Materie Involvierten ist das ein Haken- und Fallstrick Gebilde ,bestehend aus 7 EEG Gesetzen, unterteilt in unzählige §, Abs., Verknüpfungen und Ausschlüsse.
      Biogas, sofern es ins öffentliche Erdgas-Netz eingespeist wird (90% der Fälle, zwecks Erlangung des Technologiebonus durch den Produzenten), unterliegt einer Normierung, egal ob es sich um Gas aus Biomasse, Gülle oder Schlachtabfälle handelt.
      Daraus wird dann Bio-Erdgas, auf Neudeutsch 'Biomethan'. Enthalten sind darin immer max. 60 Masseprozent Mais; dank der letzten Novellierung des EEG. Das fliesst dann munter vermischt mit dem Erdgas in einer Leitung. Verhält sich wie mit 'grünem' Strom; aus ein und derselben Steckdose wie AKW-, BHKW-,Wind-,Wasser- und Sonnenstrom.
      Über den Mais gibts nur soviel zu sagen: es handelt sich um Silomais,der auf max. Stärkegehalt gezüchtet wurde, der für nichts anderes taugt, als Biomasse zu produzieren.
      Es handelt sich nicht um Körnermais, der als Viehfutter oder der menschlichen Ernährung dient.
      In Bayern werden rund 130000ha Mais angebaut. Für den Laien ist es nicht erkennbar, ob es sich um Silo- oder Körnermais handelt.
      Dabei handelt es sich tatsächlich nur um 1/4 Silomais, die restlichen 3/4 bestehen aus Körnermais.
      Aus Unaufgeklärtheit entsteht dann eben wieder öffentliche Kritik...,
      und nein,- ich bin kein Maisproduzent und Grünabfälle verarbeite ich im betriebsinternen Kreislauf (Erde)
      Servus
      Stefan