Marubis e.V. Korallenriff Meerwasserlexikon Mrutzek Meeresaqiaristik Interessengemeinschaft für marine Nachzuchten - IFMN www.meerwasserforum.info

Aqua-Scaping.... ist das die Zukunft der Meerwasseraquaristik ?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Reinhard Seidl schrieb:

      Ohne Bodengrund und lebende Steine ist auch viel weniger im Becken das abstirbt wenn der Strom weg ist.


      Grüß dich Reinhard,

      ich dachte eher daran, wenn dann mal 2-3 Fische im Becken verenden und in Verwesung übergehen, wie kommt damit so ein "cleanes" Becken zurecht,
      fehlen dann nicht die Restekonsumenten und umwandelnde Bakterien?
      Auch denke ich das man in solchen Becken beim Füttern fein aufpassen muß, damit ja nicht zuviel im Becken verbleibt, das dann nicht mehr verwertet wird,
      so dass man eher zur "Unterernährung" der Fische neigt, aber das ist nur eine Mutmaßung meinerseits.

      Und deshalb bin ich ein Befürworter von Sand :D
      Salzigen Gruß
      Daniel

      Mein WohnzimmerRiff

      Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
      bleibt es trotzdem eine Dummheit.
      Anatole France
    • Hallo zusammen,

      "Aquascaping ist nicht nur das Gestalten eines Aquariums nach harmonischen Gesichtspunkten, sondern es ist vielmehr eine neue Art von Life-Style. Aquascaping ist die Kunst, Aquarien nach ästhetischen Erwägungen einzurichten. Sie steht beim Aquascaping im Mittelpunkt und nicht der Besatz mit Fischen oder Wirbellosen. In seinem Layout, also der umgesetzten Gestaltungsidee im Aquarium, versucht der Aquascaper nicht in erster Linie die Natur im Detail nachzubilden, sondern die Stimmung einer Landschaft einzufangen." Allgemeine, gefundene Zitate.
      Über diese Erwartungen sollte man einmal nachdenken, bevor in diese Richtung von Meerwasseraquaristik gestartet wird.
      Das Abbild eines ganzen Biotops ist höher zu bewerten, als die Monokultur bestimmter Korallen nach dem Setzkasten-Prinzip. Bei allem Verständnis für die Kreativität sollten wir doch 2 Dinge unterscheiden. Hier, als Ziel das Einbringen von minimalem Substrat als Aufwuchsfläche für unsere Korallen und zum Erreichen einer schnelleren Stabilität des Gesamtmilieus. Dort, die minimalistische Gestaltung ausschliesslich nach "stimmungsvollen, ästhetischen" Gesichtspunkten. Ein Mittelweg könnte die Lösung werden? Dann hat er aber mit dem strengen Begriff von Aquascaping wenig zu tun. Weil das so ist, stört mich auch ein wenig das Hausieren mit diesem Wort im Hinblick auf die eigentliche sinnvollere, sich immer öfter durchsetzende moderne Methode ein Riffbecken einzurichten. Eng gesehen, sind das für mich unterschiedliche Prinzipien. Für mich hat Meerwasseraquaristik auch nichts mit "Lifestyle" zu tun. Ein völlig abwegiger Gedanke.
      Gruß
      Hajo
      Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
      Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
      aber aufhören zu leben.
      (Mark Twain)
    • Hallo Hajo, hallo zusammen,

      das ist nur ein beliebiges Zitat von beliebig vielen möglichen, die auch ganz anders lauten könnten. Schon in den ersten Auflagen von Fossa und Nilsen Band 2 sind Aquarien abgebildet, die eindeutig "gescaped" sind, z. B. dritte Auflage, S. 15, S. 38, S. 60 usw.. Auch wenn sie nicht ganz dem hier wiedergegebenen Anspruch einer Minimaldeko erfüllen, steht auch bei diesen Aquarien bereits der Versuch "die Stimmung einer Landschaft einzufangen" und der ästhetische Anspruch sichtlich im Vordergrund. Ich glaube, hier muss man Moden des Aquascapings vom allgemeinen Anspruch des Aquascapings als ästethischer Gestaltung, die die Stimmung einer Landschaft einfängt, trennen.

      "Gescapte" Rifflandschaften könnten auch ganz anders aussehen als die hier gezeigten, weitgehend zugebaut und auf eine Schlucht reduziert, wenige Arten, vielleicht gar keine Fische oder auch ein relativ massiver, inselartiger Aufbau. Denkbar und machbar ist vieles, man sollte Aquascaping nicht von vornherein zu sehr eingengen und auf nur einen möglichen Typ reduzieren. Relativ große, unruhige Fische werden wahrscheinlich immer den Eindruck und die Stimmung einer Landschaft stören, insofern vielleicht einfach nicht das Richtige für Dich, Hajo.

      Grüße

      Hans-Werner
      H ><((((°>

      Tell me the reality is better than the dream - but I found out the hard way nothing is what it seems !
      SLIPKNOT - Duality


      www.photoimpressionismus.de

      Franconia Franca
    • Hallo Zusammen,

      ich denke Hajo hat trotz allem hier einen sehr wichtigen Aspekt hervorgehoben .

      hajo schrieb:

      Bei allem Verständnis für die Kreativität sollten wir doch 2 Dinge unterscheiden. Hier, als Ziel das Einbringen von minimalem Substrat als Aufwuchsfläche für unsere Korallen und zum Erreichen einer schnelleren Stabilität des Gesamtmilieus. Dort, die minimalistische Gestaltung ausschliesslich nach "stimmungsvollen, ästhetischen" Gesichtspunkten. Ein Mittelweg könnte die Lösung werden? Dann hat er aber mit dem strengen Begriff von Aquascaping wenig zu tun.
      Aquascaping in der bisher diskutierten minimalistischen „Reinkultur“ ist jenseits jeder Geschmacksfrage sicher eher kritisch zu sehen, in den dabei zugrundeliegenden Konzepten sind aber ebenso sicher Elemente enthalten, die unter „moderner“ Meerwasseraquaristik in dem Sinne verstanden werden können ein adäquates Meerwasserbecken in einen möglichst stabilen und biotopgerechten Zustand zu bringen bzw. auf Dauer zu halten. Mich erschreckt es immer noch wie hochgradig instabil oft Meerwasserbecken betrieben werden (müssen ?), wo ein kleiner Unfall sehr schnell zum Kippen des gesamten Systems führt. Hier würde ich unter moderner Meerwasseraquaristik verstehen Konzepte zu finden die einen wesentlich stabileren Betrieb erlauben. Hier weiterzukommen ist sicher ebenso jeder Diskussion wert.

      Der in dieser Hinsicht interessante Aspekt des „Aquascaping Trends“ ist doch ein filigraner, oft quasi frei schwebender Aufbau mit möglichst wenig Dekomaterial (Totgestein oder Lebendgestein ist hier für mich eher sekundär) und möglichst geringer (bzw. kein) Bodengrund. Diese Ansätze gehen in die Richtung dass

      a) eine gute Strömung im Becken realisiert werden kann, die sich auch längerfristig mit den entsprechenden Benefits aufrecht erhalten lassen kann, und

      b) wenige, in Nährstoffkonkurrenz zu den Korallen stehende Sekundärbesiedlungsflächen realisiert werden

      Beides führt meiner Meinung nach auch dazu, dass bei gegebenen Beckenmaßen, das zur Verfügung stehende Wasservolumen im Verhältnis zur (manchmal schwierig zu kontrollierender) Biologie deutlich größer wird. Ist dies nicht auch ein ganz einfacher Effekt der zu einem stabileren Beckenbetrieb beiträgt?

      Ansonsten muss ich Hajo in einem Punkt widersprechen :

      hajo schrieb:

      Für mich hat Meerwasseraquaristik auch nichts mit "Lifestyle" zu tun. Ein völlig abwegiger Gedanke.
      Zum aktuell auch modernen Lifestylekonzept der „Entschleunigung“ paßt ein tiergerecht gepflegtes Meerwasseraquarium doch absolut perfekt ;) . Da könnte man fast noch über ein rein veganes Meerwasseraquarium als Ultra Trend nachdenken.... :yidee

      Beste Grüße
      Bernhard
    • Die Frage der typischen AquaScape Meerwasserbecken, liegt meines Erachtens nicht so sehr auf der ästhetischen Seite, sondern die Frage ist vielmehr, warum stehen diese Becken in so kurzer Zeit so perfekt und warum haben diese kaum Schwankungen oder Einlaufprobleme ?

      Es hat hier im Forum Dutzende von Leuten gegeben, die haben komplett umgestellt auf Minimal-Deko und auf einmal liefen die Becken, wo vorher nur Tot, Siechtum und Elend zuhause war. Und das waren nicht nur Riffkeramikbecken. Der Vorteil von so genannten Lebendgestein, wird m.E. bei weitem überschätzt. Es ist und bleibt ein Risikofaktor, weil man keinen Einfluss auf die Qualität hat, wenn es geliefert wird. Das Risiko, dass da schon zu viel drauf und drinnen, abgestorben ist, was dann im Aquarium erst mal ausfault, ist mir viel zu hoch. Warum schwer, wenn es auch einfach geht ?

      Wenn man in Reefcentral oder auch anderen Foren Becken vergleicht, sieht man extrem viele Beispiele, dass minmal-dekorierte Becken mit Totmaterial gestartet, viel besser da stehen, als die mit der Schubkarre bis zur Unterkante Oberstreben, voll dekorierten Becken....

      Über eines sollte man sich natürlich im Klaren sein : ... wenn man keinen Sand fährt, kann man schlechterdings keinen Brunnenbauer, Grundeln oder sonstwede Sandbewohner einsetzen. Das gleiche gilt für Fische, die zwingend auf Deko angewiesen sind. Darauf kann man gerne verzichten, denn es gibt Tausende von Alternativen, was man einsetzen könnte..
      Wer AquaScaping fährt, wird sich in Beschränkung üben müssen. Alles geht halt nicht. Schwarm-und Freiwasserfische passen da viel besser rein ...

      Überhaupt finde ich Spezialisierung auf wenige Arten im AquaScape Becken viel interessanter, als manche vollgestopften Allzonenbecken, die eher Briefmarken sammeln ähneln, als Riffausschnitten. Möglicherweise ist tatsächlich die goldene Mitte entscheidend, ob es ein Trend oder ein Dauerzustand wird. Ein Umbruch findet aber in der Tat derzeit statt.

      Die Gefahr, dass wenn ein Fisch verendet, das ganze System umfallen könnte, sehe ich nicht. Erstens kann man einen toten Fisch viel leichter entfernen, als in einem zudekoriertem Becken und zweitens, haben diese Meerwasserbecken in aller Regel ja auch gute Abschäumer, der den Rest erledigt.

      Für mich hat Meerwasseraquaristik auch nichts mit "Lifestyle" zu tun. Ein völlig abwegiger Gedanke.


      Hi Hajo ...

      mit Lifestyle nicht, aber sicher mit Ästhetik. Innen wir außen... Hier noch mal zwei krasse Beispiele.....

      Grüße .. .Klaus
      Bilder
      • o2many_089.jpg

        611,08 kB, 1.024×683, 70 mal angesehen
      • 12801202_1019682551440000_161646941845580715_n.jpg

        118,49 kB, 960×640, 115 mal angesehen
      Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....
    • Moin,

      definitiv der Trend derzeit.

      Leider habe ich selbst festgestellt, daß es mit extrem hohen Pflegeaufwand verbunden ist die Scheiben sauer zu halten,
      um die schöne Optik nicht zu zerstören.

      Vielleicht erfindet ja noch jemand einen unsichtbaren dauerhaften Scheibenputzer.

      Grüße
      Thomas
      Becken: 240/50/40, 330er in Planung
    • Hallo,


      also meine Aquarien sind seit mehr als 20 Jahren "geaquascapt" Das heißt doch nichts anderes, als das ein gewisser ästhetische Anspruch hierbei im Vordergrund stehen sollte. Natürlich habe ich immer auch die Tiere berücksichtigt.

      Ich hab das zwar nie so wirklich hinbekommen, aber der Versuch von Takashi Amano war doch einfach nur der, ästhetische Biotope mit den Mitteln der Aquaristik zu gestalten. Niemals mehr aber auch niemals WENIGER. Herausgekommen sind wunderschöne Aquarien. Klar kann man das auch auf das Meerwasser übertragen. Die meisten von uns haben bei der Gestaltung Ihrer Becken an etwas gedacht, haben versucht etwas nachzugestalteten z.B. eine Riffschlucht, halt weg vom „klassischen“ Steinhaufen.


      Gerade im Meerwasser wird vermutlich schon seit Jahrzehnten viel mehr „gescapt“ als im Süßwasser, auch wenn wir das nicht so genannt haben.

      Die gezeigten Becken von Klaus zeichnen sich halt durch eine sehr minimalistische Einrichtung aus. Viele sind auch wunderschön „gescapt“.

      Minimalistik ist für die Korallen und das Betreiben der Becken eine gute Sache oder hat sich noch niemand gefragt, warum die Tier in reinen Ablegerbecken wie eine 1 stehen. Oder warum die Korallen sich in Becken mit viel Licht, guter Strömung auf Lichtrasterplatten scheinbar pudelwohl fühlen.




      LG
      Daniel






      Quelle
      timscouch.de/takashi-amano
      imgur.com/gallery/tX4Pe

      (Reinschauen lohnt sich)
    • Hi Thomas,

      ich habe schon überlegt, wenn wir diese Komplett-Kunstoffbecken bauen sollten, dass die Seitenwände und die Rückwand als eine Art Schieber fungiert. Frontscheibe : Röhm-Evonik Plexiglas, die Rückwand und Seitenwände sind aus 10er PVC und bündig davor in einer Nut, eine 5mm schneeweiße und hochglänzende Plexiglasplatte. Die wird dann einfach nach oben rausgezogen, gereinigt und wieder in die Nuten eingeführt. Super-einfach, geht schnell und sind austauschbar.
      Die Bodenplatte wird mit Epoxydharz bestrichen und eine dünne Lage, schneeweißer Sand von ATI aufgestreut... darauf kann man ja ein paar Millimeter Sand aufstreuen, wer unbedingt die Sandoptik haben möchte... wer die Befürchtung hat, dass der Sand weggeblasen wird, einfach auf das Epoxydharz, etwas gröberen Sand als erste Schicht nehmen... .der hält dann den feineren Sand fest....

      Wenn mir weiß nicht mehr gefällt, nehme ich einfach schwarz oder blau. Sollte sie verkratzt sein, kann man sie einfach wieder auf Hochglanz aufpolieren. Das geht schneller und einfacher, als Glaswände zu reinigen und sieht immer gepflegt aus...

      Nur mal so als Anregung.....

      Grüße ... Klaus
      Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....
    • klaus Jansen schrieb:

      Ich habe schon überlegt, wenn wir diese Komplett-Kunstoffbecken bauen sollten, dass die Seitenwände und die Rückwand als eine Art Schieber fungiert


      Des wär natürlich generell mal a G`schicht. Grad für die jenigen, die keinen Raumteiler haben und deswegen wegen "Erreichbarkeit der Scheibe" ( :rolleyes: ) nix sauber machen können, wollen ..... Verschiedene Rückwände al Gusto einfach einschieben ....
      Klärt dann noch, ob es Probleme geben könnte, wenn die Scheibe im laufenden Betrieb eingeschoben wird (Zirkulation z.B.) und eine mögliche Option bei umlaufenden Streben. Bei Plexibecken ist das mit der Nut wohl leichter zu realisieren, bei Glasbecken auch?

      Na dann ... frohes Tüffteln :D
      Gruß Janka
      ________________
      heissinger.de
    • Hallo,

      also langsam kommt es hier bei einigen Leuten zu einer totalen Überhöhung! Nach ästhetischen Gesichtspunkten gestaltete Aquarien gab es schon lange, lange bevor man hier meinte, man müsse mit dem Begriff Aquascaping eine neue Aquarienphilosophie und Beckenheilkunde (wider mancher biologischen Gegebenheiten) einführen.
      In der Süßwasseraquaristik waren solche Aquariengestaltungen schon lange unter dem Begriff "Holländische Aquarien" bekannt. Abgeleitet hatte sich die Idee einer Landschaftsgestaltung Unterwasser aus der ostasiatischen Gartenkultur, die auch die Bonsais hervorgebracht hat. Ziel ist es da tatsächlich, mit minimalistischen Mitteln die Atmosphäre einer Landschaft nachzuvollziehen.

      Mit ästhetischen Gestaltungsüberlegungen hat aber die Gesundheit und Stabilität eines Aquariums absolut nichts zu tun, auch wenn dies hier immer wieder suggeriert wird und einige Leute meinen dies ungeprüft übernehmen zu müssen. Ständige Wiederholungen unbelegter Thesen machen diese noch lange nicht überzeugender! Wer hat denn schon einen gesamten Überblick, welche Becken im ganzen Land am besten laufen? Irgendwelche Internetpräsentationen, deren Gesamtumstände niemand kennt, begründen doch keine ernst zu nehmende Situationsanalyse!
      Ich kenne allein hier in Karlsruhe und Umgebung persönlich eine große Zahl wunderschöner herkömmlicher Riffbecken, die seit vielen Jahren hervorragend laufen, von renommierten Einrichtungen wie die Aquarien in der Stuttgarter Wilhelma, dem Frankfurter Zoo oder der Badischen Landessammlung für Naturkunde in Karlsruhe (auf die Neueröffnung Deutschlands größten Riffaquariums habe ich schon hingewiesen) ganz abgesehen.

      Es gibt, wie auch hier nun schon zigmal auch von anderen kompetenten Leuten geschrieben wurde, aber immer wieder einfach übergangen wird, in allen Bereichen erfolgreiche, aber eben auch weniger gut laufende Aquarien. Dies hängt nicht von der Form der Einrichtung ab, sondern vom Fachwissen und der Pflege seiner Betreiber!

      Die einen mögen eine minimalistische Gestaltung bevorzugen und können vielleicht durchaus optisch sehr ansprechende Becken gestalten (bei den immer wieder geposteten Beispielen waren bisher leider nur sehr wenig überzeugende Aquarien aus echtem Langzeitbetrieb), wobei man dann aber manche Ansprüche hinsichtlich der Fischhaltung infrage stellen muss, anderen Leuten geht es dagegen um die Gestaltung eines Lebensraumes mit einer Orientierung an natürlichen Gegebenheiten und Lebensansprüchen der Pfleglinge. Dies sind aber verschiedene Ansätze, die beide ihre Berechtigung haben.

      Ob ein Aquarium höheren ästhetischen Ansprüchen gerecht wird, hängt für mich aber bei weitem nicht nur von Fragen seiner Einrichtungsgestaltung ab. Deutlich sichtbare Strömungspumpen, manch hässliche Beckenbeleuchtung oder eine Laboratmosphäre sprechen nicht unbedingt dafür. Häufig passen auch noch so schöne Becken nicht zur Raumeinrichtung oder erschlagen diese. Da nützt dann die ganze Beckenästhetik nichts, wenn sie das gesamtbild stört.

      Man sollte allerdings die Toleranz besitzen, jedem seinen Weg zu lassen! Ich finde es nicht in Ordnung, wenn man ständig versucht, mit abwertenden Begriffen wie "Deko mit dem Schukarren" oder "Becken im Stil Kaimauer" etc. andere Ansichten oder Grundüberlegungen madig zu machen, gestellte Fotomontagen von US-Becken irgendwelchen vernachlässigten Katastrophenaquarien gegenüberstellt oder mit fragwürdigen Behauptungen versucht, seiner Ansicht Überzeugungskraft zu verleihen.

      Gruß

      Bernd
    • klaus Jansen schrieb:

      Hi Thomas,

      ich habe schon überlegt, wenn wir diese Komplett-Kunstoffbecken bauen sollten, dass die Seitenwände und die Rückwand als eine Art Schieber fungiert. ...


      Das klingt recht vielversprechend Klaus. Mal schauen was daraus wird. Ich verfolg es weiter. Irgendwann komm eh ein neues Becken bei mir - mal schauen ;)

      Gruß
      Becken: 240/50/40, 330er in Planung
    • Hans-Werner schrieb:

      Hallo Hajo, hallo zusammen,



      "Gescapte" Rifflandschaften könnten auch ganz anders aussehen als die hier gezeigten, weitgehend zugebaut und auf eine Schlucht reduziert, wenige Arten, vielleicht gar keine Fische oder auch ein relativ massiver, inselartiger Aufbau. Denkbar und machbar ist vieles, man sollte Aquascaping nicht von vornherein zu sehr eingengen und auf nur einen möglichen Typ reduzieren. Relativ große, unruhige Fische werden wahrscheinlich immer den Eindruck und die Stimmung einer Landschaft stören, insofern vielleicht einfach nicht das Richtige für Dich, Hajo.

      Grüße

      Hans-Werner



      So ist es, Hans-Werner. Deswegen arbeite ich schon am Fishscaping! :wink :D

      Gruß

      Hajo
      Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
      Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
      aber aufhören zu leben.
      (Mark Twain)
    • Hi Bernd ...

      Man sollte allerdings die Toleranz besitzen, jedem seinen Weg zu lassen! Ich finde es nicht in Ordnung, wenn man ständig versucht, mit abwertenden Begriffen wie "Deko mit dem Schukarren" oder "Becken im Stil Kaimauer" etc. andere Ansichten oder Grundüberlegungen madig zu machen, gestellte Fotomontagen von US-Becken irgendwelchen vernachlässigten Katastrophenaquarien gegenüberstellt oder mit fragwürdigen Behauptungen versucht, seiner Ansicht Überzeugungskraft zu verleihen.


      Nun bleib doch mal ganz locker :D Niemand will Dir Dein Kaimaueraquarium weg nehmen. Aber mir scheint, dass Du Dich vehement gegen einen neuen Trend stemmen willst und sprichst perse schon mal den Leuten, die umgestellt haben, die Fähigkeit ab, auf die Bedürfnisse der Aquarienbewohner einzugehen und nur einer Modeerscheinung hinterher zu hecheln.
      Dem ist aber nicht so. Wenn Du mitverfolgt hast, dass hier im Forum, (darunter echte Profis) viele auf dieses Konzept setzen und sprichwörtlich die Freude am Hobby wieder gefunden haben, (gell Stephan ?) weil es auf einmal wächst und nicht stagniert, dann darf doch die Frage erlaubt sein, warum das so ist und warum hat die Deko einen so hohen Einfluss auf die biologische Stabilität, oder auch Mortalität ( je nachdem) eines Meerwasseraquariums ? Das ist die Frage, um die es hier geht und nicht um Geschmack. Über Geschmack kann und sollte man nicht streiten, das sollte Dir auch klar sein. Was mir gefällt, muss Dir noch lange nicht gefallen und umgekehrt. Jeder soll es so machen, wie es einem am besten gefällt. Ich denke, darüber sind wir uns einig. Den Begriff *Schubkarre* oder *Kaimauer* mögest Du mir bitte nachsehen. Ich bin Kölner und die reden nicht so gerne drömherhöm ...;-)

      Worüber wir uns nicht einig sind, ist Deine Behauptung, dass diese gezeigten AquaScpae Becken künstliche, für Fotozwecke drapierte, Momentaufnahmen darstellen. Dem ist nicht so. Ich bin in Facebook in vielen Meerwassergruppen dabei. Da sind Meerwasserbecken, deren Werdegang über Jahre hinweg dokumentiert sind. Auch wirst Du, lieber Bernd, die Fähigkeit besitzen, sehr wohl unterscheiden zu können, ob Becken gestellt, drapiert oder natürlich gewachsen sind. Das setz ich einfach voraus. Da gibt es viele Beispiele, die das zeigen.... Es gibt einen Thread auf RC da werden Becken nach 1-2, 3 Jahren und mehr Jahren gezeigt und da ist auch der Trend unübersehbar, dass die minimaldekorierten Becken am längsten in der Doku veröffentlicht werden. Die überdekorierten Becken, findest Du nach einem Jahr nicht mehr. Zufall ? Weißt Du, Bernd... meine alten Meerwasseraquarien, wirst Du sicher noch aus alten Schmettkamp-Heften, Nielsen-Fossa-Büchern, oder in Büchern von Daniel-Knop oder Julien Sprung gesehen hast... das waren ausnahmslos alles überdekorierte Becken und alle, sind nach 1,5 bis 2 Jahren zu Problembecken geworden, die nur mit hohem Aufwand weiter geführt werden konnten. Dafür gibt es einen Begriff, nämlich das Old-Tank-Syndrom. Das ist für mich nichts anderes, dass Nitrifizierungsprozesse im Sand und in und auf der Deko, die Oberhand gewonnen haben und das Wasser schleichend vergiften und auszehren. Darauf hat schon der alte Wilkens hingewiesen, dass bei biologisch geführten Aquarien, als Endprodukte so genannte Bakterientoxine entstehen, die jedes Becken runter ziehen. Nicht ohne Grund hat kein einziges System, was auf biologischer Filterung beruhte, die Meerwasseraquaristik überdauert. Alle sind wieder verschwunden. Die muss ich jetzt nicht alle aufzählen, die kennst Du sicher.

      Das einzige was sich auf Dauer bewährt hat ist bekannt : .. viel Strömung, viel Licht, Wasserwechsel, Abschäumung und gezielte Wasserpflege. Wenn ich jedoch das Becken zupflastere mit viel Deko, womöglich noch Lebendgestein, dann habe ich wieder einen biologischen Filter, der nach einem Jahr so richtig in die Wasserchemie grätschen wird. Verzichte ich jedoch auf Seiten und Rückwand-Deko, vermindere ich den Faktor Biofilter erheblich.... Nehme ich dann noch eine stelzenartige, sehr luftige Deko, gibt es auch keine Gammelstellen und Totwasserzonen ..

      Den Korallen ist es vollkommen wurscht, welche Art von Deko du ihnen anbietest. Die wachsen zur Not auch auf einer Bierflasche. Den Fischen ist es auch egal, zumindest den Freiwasser-Arten..... Nicht egal ist es jedoch, welche Qualität das Wasser selbst hat und da gibt es einen klaren Trend, dass eben so minimalistisch geführten Meerwasserbecken viel einfacher zu händeln sind.

      Daniel hat dazu einen passenden Kommentar geschrieben ....

      Minimalistik ist für die Korallen und das Betreiben der Becken eine gute Sache oder hat sich noch niemand gefragt, warum die Tier in reinen Ablegerbecken wie eine 1 stehen. Oder warum die Korallen sich in Becken mit viel Licht, guter Strömung auf Lichtrasterplatten scheinbar pudelwohl fühlen.



      Anbei einige minimalistisch dekorierte Becken, davon zwei natürlich gewachsen, nicht drapiert... auf das präsentieren von sehr schlechten und überdekorierten Becken verzichte ich dann erst mal dem Bernd zuliebe. Siehst Du, ich kann auch nett sein :) ........

      Grüße aus Köln ... Klaus
      Bilder
      • 5159065586_7bcd4bc13c_b.jpg

        340,06 kB, 800×533, 575 mal angesehen
      • 563662_10152703742760570_1159519884_n.jpg

        103,96 kB, 900×570, 70 mal angesehen
      • 16065678049_a724a73eda_o.jpg

        251,34 kB, 640×852, 71 mal angesehen
      • 33_zps2c894023.jpg

        115,37 kB, 960×720, 77 mal angesehen
      Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....
    • hey zusammen

      also zum Thema Kaimauer oder vollgepflasterte becken
      es ist nunmal so das becken im laufe der zeit einen wandel durchleben.
      wenn die deko komplett eingeklebt ist
      ist das so und nicht zu ändern.

      den ganzen dreck wo so ein becken ansammelt kann sich jeder anschauen der mal eins nach 6 jahren leer macht.
      klar jetzt kann wieder gesagt werden dann wars eben zu wenig Strömung....
      es gibt für alles einen grund
      man sagt ja auch kontinuierlich das das Problem davor sitzt....


      @ Bernd
      zu deiner aussage mit der wilhelma
      wann warst du das letzte mal dort ?
      wir waren vor 4 Wochen eben weil früher die meerwasserbecken dort einfach toll waren.
      aktuell sieht es aber nichtmehr so aus wie es mal war.
      und da spricht klaus seine These genau das an

      und dann ist es bei deinem becken ja so das alles auf einer pvc stütz Konstruktion steht.
      es sind also unter dem Riff pvc teile die die Funktion haben die steine zu reduzieren.
      wenn denn an der These nix dran ist das man weniger steine nehmen soll warum dann das pvc ?

      ich weiß nicht ob du Ulrikes becken gekannt hast aber da kam auf einmal auch der absturz
      eben genau wegen solchen Problem stellen mit der vielen deko
      alles zu gestellt viele Tiere hoher sand ströumngsarme Zonen und dann der gau

      lg stephan

    • Hallo Klaus,

      ich weiß nicht, ob ich mich so unklar ausdrücke oder ob du nicht richtig realisierts (realisieren willst), was andere Leute schreiben. Vielleicht solltest du meinen Beitrag Nr. 16 nochmals richtig lesen (dem übrigens auch ein "echter Profi" im folgenden Beitrag voll zugestimmt hat).

      Ich stemme mich nicht wie du mir unbedingt unterstellen möchtest gegen einen "Trend" (der allerdings in anderen Foren nicht so hochgejubelt wird und über den andere Profis nur die Schultern zucken), der mir persönlich auch recht egal ist und dem ich sogar positive Einzelaspekte abgewinnen kann (auch da empfehle ich ein nochmaliges richtiges Lesen), sondern gegen deine - in meinen Augen nicht ganz ungefährlichen - möglicherweise falschen Korrelationen, die du allerdings mit einer schon sehr seltsamen Darstellungsweise unbedingt als Fakt darstellen möchtest.

      Wir sind uns vielleicht einig, dass Probleme beim Einfahren von Meerwasseraquarien mit der Masse verwendeten toten Siedlungsmaterials zusammenhängen können. Primärbesiedler wie Cyanobakterien, aber auch Fadenalgen oder Kieselagen aufgrund zu hoher Silicatkonzentrationen (eventuell auch noch Dinoflagellaten, die sich von ihnen ernähren) werden durch diese freien Siedlungsräume begünstigt. Meist versuchen Einsteiger mit solcher Deko gleich ihre Traumwelt zu gestalten. Vorsichtig werden dann nur noch ein paar wenige Korallenableger eingesetzt und bald geht es los mit den Problemen. Dieses Missverhältnis entfällt natürlich bei einem minimalistisch eingerichtetem Becken weit eher, deshalb auch oft ein guter Start.
      Was aber wahre Profis inzwischen auch erkannt haben, ist der Umstand, dass sofort mit vielen Korallen besetzte Becken ebenso problemloser anlaufen, auch wenn darin mehr Dekomaterial eingebracht wurde und ganz besonders dann, wenn diese Dekomaterial keinen freien Siedlungsraum darstellt (Lebendgestein). So wurde auch das neue Karlsruher Riesenriff gestaltet (auch von "echten Profis !).
      Es ist daher nicht die von dir so sehr propagierte Minimalistik, sondern das Missverhältnis zwischen freiem Siedlungsraum und Korallenbesatz, der Anfangsprobleme bereiten kann.

      Diese feine Unterschied ist aber nur die eine Hälfte der Problematik. Wer ein bisschen von der Biologie versteht, der weiß, dass autotrophe Organismen für den Aufbau ihrer organischen Substanz Nährstoffe benötigen. Neben den Phosphaten sind dies vor allem die Stickstoffverbindungen. Diese werden von den Fischen und Wirbellosen vor allem als Überreste ihres Stoffwechsels eingebracht und unterliegen dann dem bakteriellen Um- und Abbau. In einem gut laufenden, stabilen Aquarium entsteht ein Gleichgewicht zwischen Nährstoffeintrag, Austrag durch Abschäumung etc. und Verbrauch durch die Korallen.
      Für die hierfür nötigen Prozessse der Nitrifikation usw. bedarf es der entsprechenden Bakterien und - da diese nicht frei im Wasser leben - geeigneten Siedlungssubstrates. Viele der von dir gezeigten minimalisten Becken besitzen aber keinen oder nur wenig Bodengrund und nur wenig als Siedlungsraum geeignetes Steinmaterial, dafür aber einen tüchtigen Fischbesatz. Daher die wohl berechtigte Frage, wie geht es auf Dauer mit diesen Aquarien weiter?

      Deine pauschale Gleichung minimale Einrichtung = größere Beckenstabilität scheint mir unter diesen biologischen Gegebenheiten fragwürdig, beruht auch nicht auf breiten langzeitigen Erfahrungen und ist nach meiner Auffassung eine nicht ganz zu Ende gedachte, möglicherweise zu sorglose Spekulation.
      Dies sehen neben mir eben auch ein paar andere Leute vom Fach, darum geht es mir und nicht um irgendwelche belanglosen Geschmacksfragen.

      Gruß

      Bernd
    • Hallo,

      ich denke mal, ein Grund, weshalb "überdekorierte" und zugestellte Becken in dieser Form nicht allzulange überleben, ist der, dass man bald keinen Platz mehr für Korallen hat. Oft werden die Bauwerke schon bis kanpp unter die Oberfläche geführt um die endgültige Form des Riffes bereits von Anfang an zu haben. Klar, dass das ein Fehler ist, die endgültige Form des Riffes sollte erst von den Korallen bewirkt werden. Egal also, ob die Korallen gut oder schlecht wachsen, von vornherein zugebaute Becken machen sowieso Probleme. Das hat m. E. aber nichts damit zu tun, dass sie besonders toll oder stabil laufen, das ist meiner Ansicht nach nicht der Fall. Die Nährstoffverhältnisse sind in minimaldekorierten Becken eher weniger stabil.

      Die Rolle von Mulm und Mulmecken in älteren Becken wir m. E. auch überbewertet. Dieser Mulm ist oft bereits ziemlich ausgegammelt und tot. Ich habe kürzlich Mulm zum Mikroskopieren in einem 50ml-Schraubdeckelbecherchen mit nach Hause genommen. Unter dem Mikroskop war ein bisschen was zu finden aber bei weitem weniger als in einem frischen Becken. Statt das Wasser wegzukippen habe ich es auf die Fensterbank gestellt. Das ist jetzt mindestens drei Wochen her. In den 50 ml Wasser leben immer noch eine Glasrose, mehrere Flohkrebse und kleine Würmer. Die Flohkrebse und Würmer bauen Gänge und Wohnungen in den Mulm und der Mulm denkt auch ohne Sauerstoff-/Luftzufuhr gar nicht daran, zu gammeln. Offenbar reicht ein leichter Algenbelag für die Sauerstoffversorgung selbst von Gammariden aus.

      Grüße

      Hans-Werner
      H ><((((°>

      Tell me the reality is better than the dream - but I found out the hard way nothing is what it seems !
      SLIPKNOT - Duality


      www.photoimpressionismus.de

      Franconia Franca