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Aqua-Scaping.... ist das die Zukunft der Meerwasseraquaristik ?

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    • Klaus,

      es gibt dann aber drei Felder die nichts mit einander gleich haben.

      a) annähernd natürliche hübsche Biotope .. "State of the Art" d.h. man nutzt nur die neusten Technologien und Erkenntnisse um die Tiere bestmöglich zu pfegen.
      (z.B. angemessen wenig Deko für Vielschwimmer)

      b) Micro Deko weil es einem gefällt, bzw. weil man sie für bunte SPS und LPS nicht will/braucht.

      c) Aqua scaping - Bild und Szenendekoration wie im Süßwasser, die immer gleich gehalten wird.


      Man kann A) mit B) mischen und alle sind evtl. zufrieden siehe Wesley, das ist trotzdem nicht mit A) gleich .. aber C) ist mit A) nie gleich/kompatibel !

      Das es eine belibiege Grauzone zwischen a) b) und c) gibt ist mir klar.


      Die Frage ist ja. Was ist das Ziel des Aquarianers? - ein Biotop für Tiere oder ein buntes Ding was "geil" aussieht.


      MfG Philipp
    • Hallo,

      das Thema ist inzwischen doch tüchtig ausgelutsch, und die meisten Argumente werden nicht überzeugender, wenn sie ständig wiederholt werden. Klaus versucht zwar hier in seinem Forum das Thema von Zeit zu Zeit wieder zu beleben, aber ansonsten und in anderen Foren interessiert es außer einigen Jüngern wohl recht wenige Meeresaquarianer. Den meisten Aquarianern wird es eher um das Wohl ihrer Tiere, ihren Lebensraum und ihre Ansprüche geht. Wie sie hierzu ihre Becken gestalten, hängt vom persönlichen Geschmack und vielleicht auch vom individuellen Geschick ab. Man muss diese Einrichtungen aber nicht krampfhaft in eine Schublade pressen wollen, auch Versuche angebliche Trends herbei zu reden, halte ich für Unsinn. Gleiches gilt für völlig unbelegte Aussagen die hier getroffen wurden, dass jeder 2. Süßwasseraquarianer inzwischen (tatsächliches ?) Aquascaping betreibe.

      So lange die Gestaltungen den Lebensansprüchen unserer Pfleglinge entsprechen, ist ja alles in Ordnung. Da mag sich jeder nach Herzenslust betätigen. Allerdings muss man auch deutlich feststellen, dass einige der hier propagierten Beispiele diesen Anforderungen nicht gerecht werden. Diese "Künstler" hätten sich wohl besser beim Bau von Landschaften für elektrische Eisenbahnen ausgetobt. Das würde dann wenigstens keinen Fischen schaden. Aber das hatten wir ja schon alles, deshalb mein erster Satz.

      Gruß

      Bernd
    • Den "Trend" gibt es eindeutig im Süßwasser, da lässt sich nichts weg reden. Ich bin der Meinung, dass er dem Hobby gut tut und dadurch eine gewisse Modernisierung eingesetzt hat. Ist ja auch klar, wer bereit ist, mehr Geld auszugeben, bewirkt auch Neuentwicklungen und Innovarionen bei den Herstellern und speziell auch beim Aquascaping, bei er Erschließung und Einführung diverser Pflanzensorten. Das kann ich als engagierter Aquarianer doch nur gut heißen.

      Den Fischen ist es wurscht, ob mein Becken nach mir persönlich gefallenden Aspekten ausgewählt wird, solange sie nicht gestresst sind.

      Sowohl im Süßwasser, wie auch im Meerwasser, gehe ich einen Mittelweg aus dem, wie es in der Natur aussieht (beim Tauchen) und wie ein gescapedtes Becken ausschaut.
      Ein sehr naturnahes Süßwasserbecken würde aus sand und maximal Algen bestehen, die sich in starker Strömung hin und her wiegen. Wer stellt sich das denn ins Wohnzimmer?

      Im Meer sind auch nicht IMMER die Korallen dicht an dicht gereiht, wie in unseren Becken. Solche "Koralleninseln" nachzuahmen, empfinde ich als sehr ästhetisch und und keineswegs als mit der Natur unzusammenhängend.

      So what, letztendlich kommt es auf den persönlichen Geschmack an. Jedenfalls glaube ich nicht, dass die Scaper schlechtere Aquarianer sind, als die anderern ;)
    • Mützel.M schrieb:

      Beim Richtigem Aquascaping geht es darum Landschaften die über Wasser liegen stilvoll unter Wasser umzusetzen und dabei das ganze so naturbelassen wie möglich aussehen zu lassen.
      Dabei sind keine grenzen gesetzt wie zb schwebende steine etc aus einem film usw

      Es gibt da super kunstvolle beispiele wie zb das hier



      Das ist doch gerade NICHT natürlich. Das ist die verkleinerte Nachbildung einer Überwasser-Landschaft. Danach wäre auch die Nachbildung einer Schneeflocke im Aquarium natürlich, weil das Motiv der Natur entstammt.
      Die allermeisten der gehypten Beispiele von Süßwasser-Scaping (Amano et.al.) stellen verkleinerte Landschaften über Wasser dar.
      Den Bewohnern des Beckens ist es wurscht, wie das Becken aussieht, solange es ihren Anforderungen genügt (schrieb gerade schon Cerianthus). Auch wenn einige davon zum Beiwerk werden (siehe Klaus), sollte es gesundes Beiwerk sein, das sich wohl fühlt.
      Für mich soll sich das Design aber nicht in den Vordergrund drängen. Kunstwerke sind da nicht, was ich suche. Was ich sehen möchte, ist natürliches Verhalten.
      Klar ist das eine interessante Richtung. Soll ja jeder machen, der es möchte. Nur "durchsetzen" wird sich das nicht, denke ich.

      Willi
    • Dem will ich noch hinzufügen, dass ich persönlich auch eher natürlich aussehende Becken mag und der Grat zwischen Natürlichkeit und "Kitsch" hier im Süßwasserbereich schmal ist.

      Diese Richtung wird wohl auch nicht von der breiten Masse verfolgt werden, denn dafür ist es schlicht zu aufwendig und anspruchsvoll. Ich lehne mich aber so weit aus dem Fenster und sage, dass ein nicht zu verachtender Umsatzanteil in der Branche mit solchen Produkten/Pflanzen/Deko gemacht wird.

      Aber wir sind ja hier im Meerwasserforum, daher back to topic :)

      Hier könnte man durch die gezielte Auswahl an Korallen einen Stil setzen. Man könnte zB viele Montiplatten mit astförmigen Acroporas kombinieren, wobei die kombinierten Tiere sich auf wenige Arten beschränken dürfen, rote Montis und grüne Enzmann-Acros zB. Würde so ein Becken nicht viel natürlicher als der bunte Mix von LPS und SPS wirken, den die meisten Aquarianer bevorzugen?

      Generell finde die Aquarien schön, in denen Steine sparsam eingesetzt werden und die Stöcke viel Platz zum Wachsen haben. Ich würde mir niemals eine Schachtverkleidung, oder eine Rückwanddeko einsetzen, aber das ist nur mein persönlicher Geschmack.

      Hier nochmal ein Süßwasserbecken, welches mir sehr gut gefällt und welches einem überfluteten Biotop sehr nahe kommt.

      Copyright Jirawong Laopiyasakul.
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    • moin,

      auch der typ "geröllhalde" ist in der natur zu finden :O ...

      seltsamerweise waren die meewaaquarien der 60er+70er aufgrund ihrer deco mit toten korallen auch extrem luftig+locker dekoriert.

      die halde + rückwand kamen erst mit dem ls, soweit ich mich erinnere. (obwohl ich schon in den sechzigern mittels steinen aus dem sauerland ne rückwandartige deco
      zusammengeklebt hatte, allerdings recht durchlässig für fische.

      die produktion der korallenweltriffkeramik brachte dann filigrane bestandteile. die rückwände wurden kompakt.

      als norbert dammers mit der atoll-riffdeco auftauchte, war ich hin und weg - riffformationen im kleinformat, auch mit rückwand oder zusatzdeco vor ls-rückaufbau.

      manch einer liess rückwände weg und das aquascaping war geboren.

      unter beobachtung von beckeneinrichtungen auch weltweit.

      mehr oder weniger.

      persönlich finde ich diese dekorationen - auch beispiel von klaus - richtung "cool", wenn die belange des zukünftigen fischbesatzes (z. b. schlafplätze) berücksichtigt sind.

      daraus allerdings eine grundsatzideologisch angehauchte sache zu machen eher "uncool". 8)
      ansonsten
      gruss
      joe

      korallenfarm.de H
      "ULTRA-C o r a l s - made in Germany"
      der weg ist das ziel!
      theorie ist: wenn man alles weis und nichts funktioniert.
      praxis ist: wenn alles funktioniert und keiner weis warum.
    • Ich werde in Kürze mal ausführlicher antworten, habe grad wenig Zeit.... aber eine Frage an die illustren Nörgler : ...warum soll ich ein Becken mit Geröll und Steinen zuschütten, wenn sie von selbst darin wachsen ? Man braucht halt nur Geduld. Genau die erforderliche Geduld zeichnet (unter anderem) eben diese Art der Meerwasseraquaristik aus ...

      Schaut euch doch einfach mal diese drei Becken aus Italien an : ... besonders auffällig : .. keine Rückwände, keine Seitendeko, kein oder nur sehr wenig Sand, nicht mal besonders große Becken und extrem wenig Deko ....

      Und jetzt mal alle aufstehen, die in den letzten 2 Jahren alle ihre gemörtelten Böden und Komplettdeko mit Hammer und Meißel wieder raus gerissen und komplett neu gestartet haben... und zwar alle mit extrem wenig Deko, ohen Keramik, keine Kaimauern, keine Geröllhalden, ohne Plattenschichtwerke und nur mit wenig Lebendgestein.... und.... voilla... die Becken stehen alle wie eine 1 ... werde mal ein paar Beispiele demnächst hier vorstellen. Vorher - Nachher...

      Grüße .. Klaus

      Ps ... wem´s nicht gefällt, einfach diesen Thread ignoerien und nicht lesen ;)
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      Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von klaus Jansen ()

    • Bild Nr. 2 finde ich interessant. Nicht weil es wie die beiden anderen Becken unnatürlich aussieht, sondern weil die Beleuchtung vor dem Becken angebracht ist und schräg von vorn/oben rein leuchtet. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Winkel eine positive Wirkung auf die Farben der Korallen und Fische hat. Im Riff beleuchtet die Sonne ja auch nicht immer so streng von steil oben. Sonst sind alle drei Becken top Kunstwerke.

      Christian
    • Hallo Klaus,

      möglicherweise reden wir ja aneinander vorbei.
      Wenig Deko als Gerüst und Aquascaping sind für mich zwei ganz unterschiedliche Dinge.
      Das eine ist eine Anpassung auf den heutigen Stand der Technik, das andere ein für mich zweifelhaftes Design.
      Die Becken, die Du da zeigst, sind zumindest für mich nicht aquagescaped. Die scheinen recht cool zu sein.
      Den Titel "illustrer Nörgler" trage ich mit Stolz!

      Willi
    • Hallo Klaus,

      alle deine Ausführungen zum mit "Geröll und Steinen zuschütten" kann man vorbehaltlos unterstreichen. Auch die beiden letzten gezeigten Beispielsbecken sind recht ansprechend (Nr. 1 ist mir etwas zu zugewachsen). Hättest du deinen Thread nicht mit der Überschrift Aqua-Scaping versehen, gäbe es auch weniger Widerspruch und Nörgler. Der Begriff wird inzwischen recht inflationär ausgelegt und führt deshalb zu reichlichen Missverständnissen.
      Unter Aqua-Scaping versteht man - zumindest nach seinen Begründer und wichtigsten Vertreter, den japanischen Fotografen Takashi Amano - künstlerische Gestaltungen der Aquarieneinrichtung nach dem Vorbild von Naturlandschaften über Wasser. Dem liegt die japanischen Gartenkultur und Ästhetik zugrunde, die sich auf einzelne Landschaftselemente bezieht.

      Die von dir am Anfang des Threads gezeigten Beispiele mögen zwar künstlerisch sein, haben aber breiten Widerspruch gefunden, weil sie den Anforderungen zumindest der Fischhaltung kaum ensprochen haben. Mit natürlichen Landschaften hatten sie wenig zu tun. Die späteren Beispiele schöner, moderner Aquarien, die vor allem vom Korallenwuchs geprägt sind, zeigen sicher vorbildliche Einrichtungsbeispiele, mit Landschaften über (und auch kaum unter) Wasser haben sie aber auch nichts zu tun. Ob man damit den Intentionen des tatsächlichen Aqua-Scaping gerecht wird, stelle ich infrage.

      Warum also einen Begriff, der eigentlich etwas ganz anderes meint, krampfhaft vergewaltigen, wenn man statt falsch verstandener Anglizismen ganz einfache Bezeichnungen - beispielsweise "moderne Aquarieneinrichtung" verwenden kann? Insofern bin ich voll bei meinem Vorschreiber Willi.

      Gruß

      Bernd
    • Hi zusammen,

      ich hätte da auch noch ein Beispiel für Minimal-Deko. Auf dem ersten Bild sieht man mein Becken mit der blanken Unterkonstruktion aus 40kg totem Riffgestein auf 1850l. Dann sind aus dem alten Becken noch ca. 10kg Steine dazu gekommen plus eine Säule vor dem linken Aufbau. Durch die Korallen ist der Platz schon so eng geworden, dass man die Lücke zwischen den Säulen kaum wahrnimmt. Mir ist es inzwischen fast etwas zu voll geworden, dass ich überlege, ein paar große Steine zu entfernen und neue Stellfläche durch Riffäste zu schaffen.

      Gruß,
      Thomas

      P.S.: Zu den Größenverhältnissen: Die Lampe, die im Rohbau auf dem Becken liegt, ist eine 6x54W Sunpower. Die Dimensionen des Beckens gehen immer unter, wenn man keine Referenz hat.
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