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Plötzlich kein Adsorbat mehr im Schaumtopf - bitte um Rat

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    • Hans-Werner schrieb:

      Eine Frage hätte ich zum Einsatz von Phosphatadsorbern: Die braucht man doch nur, wenn man einen Korallenkalk-Reaktor hat, oder täusche ich mich?

      Hallo Hans-Werner,
      hallo

      so ein Adsorber entfernt neben PO4 noch viele andere Dinge, z.B. die Gelbstoffe im Wasser, Schwermetalle, Organik usw.. Ben von ATI hatte, wenn ich mich recht erinnere, sogar in einem Video von Robert gemeint, dass Organik bevorzugt (Interzoo 2016 ab Minute 8) adsorbiert wird und dann erst PO4.

      Ich habe recht lange den Adsorber von Peter (auf Eisenbasis) eingesetzt und nie Probleme mit der Abschäumung gehabt. Allerdings hatte ich immer ca. 60% Adsorber und 40% Kohle (in einem Filter, oben Adsorber, unten Kohle) im Einsatz, aber ob dass der Grund war, möchte ich nicht behaupten.

      Ansonsten kann das mit den dicken Schaumrohren durchaus zutreffen. Klaus, wenn du die Reduktionen für den MBK 160 fertigst, kannst du gerne eine für mich mitfertigen. Wenn der Rollermat endgültig an den Start geht, befürchte ich, ist der MBK sonst recht schnell "arbeitslos" bei meiner Beckengröße mit 260 Liter. Da ich verschiedene Vliese ausprobieren möchte (20 - 80g/m²), verschiedene Durchlaufmengen, Wasserhöhen im Rollermat wäre so eine Reduktion durchaus eine gute Ergänzung, ebenso wie eine regelbare Pumpe für den Abschäumer :weihnacht: .

      LG
      Daniel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Daniel Rother ()

    • Hallo Daniel,

      vielleicht sollte ich noch einmal genauer auf den Hintergrund meiner Frage eingehen: Wenn ich Phosphat entferne aus einem Becken, welches keine überschüssige Phosphatzufuhr z. B. durch einen Korallenkalk-Reaktor hat, verschiebe ich das N : P-Verhältnis zu ungunsten des Phosphates. Korallen brauchen aber vor allem Phosphat und eher weniger N (Nitrat, Ammonium). Das ist doch eigentlich ungünstig.

      Grüße

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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    • Hallo Hans-Werner,

      das wäre es tatsächlich. Bei niedrigen PO4-Werten würde ich auf den Einsatz komplett verzichten, spätestens seit den Untersuchungen von Sorokin. Unter 0,05 würde ich persönlich schon aus Sicherheitsgründen kein Adsorber mehr einsetzen (oder nur geringe Mengen, die sich im längeren Test ergeben haben). Oder das Phos 0,04 von Claude verwenden, wie auch immer das funktionieren soll.

      Worauf ich aber hinauswill. Die meisten Adsorber reduzieren noch ganz andere Stoffe, bevor die überhaupt an das PO4 gehen. Wenn also nur wenig Adsorber eingesetzt wird, hat das dann kaum einen Einfluss auf das PO4. So habe ich es bei mir erlebt, dass trotz Einsatz eines Adsorbers der PO4-Wert gestiegen ist, während NO3 (2-3) gleich geblieben ist. Die Kohle konnte ich ausschließen. Einen Kalki hatte ich nicht im Einsatz. Insofern würde ich den Einsatz eines Adsorbers immer von den tatsächlichen Werten (und z.B. dem Wunsch Organik zu entfernen) im Becken abhängig machen und nicht vom Einsatz eines Kalkreaktors.


      PS: Sehe gerade, daß oben anstelle des Textes ein Smiley steht. Gemeint war: (Interzoo 2016 ab Minute 8 ).



      LG
      Daniel

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Daniel Rother ()

    • Hallo ihr ...

      Sehr interessantes Thema .... da auch mein BK 250 nur sehr wenig Material abschäumt und
      ich Diakat B plus im Einsatz habe.

      Das Becken hat dann auch mal PO4 werte von 0,6 bis 0,8 obwohl das Zeug von ARM im Kalki ist und kein Korallenbruch.

      Also irgenwie produziert mein Aquarium Phosphat und Nitrat ... schlechte Filterung oder zu viele Steine oder zu hohe Bodengrungschicht... oder oder ....

      Mein Plan ist es demnächt auch einen Vliesfilter einzubauen um zu sehen wie es sich dann verhält .

      Sprich viele Leute nutzen Absorber auch ohne Kalkreaktor ....
      Gruß vom Nils

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      Erfolg ergibt sich grundsätzlich aus Versuchen und Scheitern....!


      Hier gehts zu unserem Aquarium ...
    • Hi,
      was mich etwas stört ist, das Klaus die Eisen(III)-oxidhydrate alle in einen Topf wirft.
      Es gibt eine Vielzahl eisenbasierter Adsorber, die sich in ihrer Solvation bei der Herstellung stark unterscheiden.
      Bei einigen ist tatsächlich eine verminderte Schaumbildung die Folge, aber es gibt auch Marken, welche anstandslos funktionieren.

      Ich verwende seit Jahren Phos 004 und hatte noch nie Probleme mit der Abschäumung und den in Abhängigkeit zueinander stehenden N/PO4 Werten; selbst ein BK500 hatte noch geschäumt.
      Servus
      Stefan

    • Ich denke nicht, dass ein hoher Phosphatgehalt einen direkten Einfluss auf die Abschäumleistung hat. Was ich aber mit gesicherter Erkenntnis sagen kann, dass wenn man Diakat B einsetzt, die Abschäumung erheblich gestört, in manchen Fällen auch gänzlichst eingestellt wird. Auf FB habe ich Leuten empfohlen, das Diakat B mal testweise ganz raus zu nehmen und siehe da.... plötzlich gibt es auch wieder festen Schaum und zwar so viel, dass die Schaumkrone es auch schafft, sich wieder selber raus zu drücken.
      Interessanterweise ist dann auch der Phophatgehalt langsam aber sicher gefallen, ohne weiteren Einsatz von Absorbern.

      Unser Vließ-Dreamboxenkunde, Torsten Werner, hat ja über einen Zeitraum von mittlerweile fast 2 Jahren, mit RE zusammen sehr intensiv Versuche gefahren mit den Vlieserboxen, einfach um zu testen, was geht und was geht nicht.
      Fakt ist, dass Torsten immer mit Phosphat zu kämpfen hatte und ebenfalls Absorber im Einsatz hatte, der Phosphatgehalt aber trotzdem langsam aber stetig nur eine Richtung kannte, nämlich nach oben.
      Nach Einbau eines RE-Vliesers und Einsatz des 80 Gramm Vlieses, ist der Phosphatgehalt immerhalb 6 Wochen auf fast 0.0 gefallen und es wurde schnell das Vlies gegen ein 60 Gramm/qm gewechselt. Heute steuert er den Phophatgehalt über die Zeit, wie lange das verschmutzte Vlies im Wasser verbleibt, bevor es entgültig raus gezogen wird und am Ende des Tages der Wert sich bei 0,04 eingependelt hat. Vor ein paar Tage hat Torsten auf FB dieses Bild gepostet, was deutlich zeigt, dass selbst ein sehr leistungsfähiger Schäumer noch in der Lage ist, bei 0,04 Phosphatgehalt noch ordentlich abzuschäumen. Deswegen glaueb ich nicht, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang gibt zwischen einem hohen Phosphatwert und Oberflächenspannung, bzw. bessere Abschäumleistung.
      Tatsache ist aber, dass Phosphataborber die Oberflächenspannung erheblich stört, aus Gründen auch immer. Spitzenreiter war immer Diakat B.

      Bei Einsatz eines Vliesfilters ist aber unbedingt darauf zu achten, ein Vliesmaterial zu nehmen, dass keinen Einfluss auf die Oberflächenspannung nimmt. Bei Testkäufen während der Prototypenphase haben wir nur einen einzigen Hersteller gefunden, dessen Material überhaupt keinen Einfluss auf die Abschäumer nahm. Manche haben schlagartig den Schaum zusammenbrechen lassen. Grund ist die Herstellungsmethode selbst, das heißt, ob das Material thermisch verfestigt wurde, oder einfach nur verklebt wird. Auch ist entscheidend, wie das Vliesmaterial gebleicht wurde. Bei einer Behandlung mit Chlorbleichlauge wird das nix mit Abschäumung. Wir verwenden jetzt ein Material, was eine Zulassung für die Lebensmittelindustrie hat. Die meisten Vlieshersteller verkaufen ihr Material in die Industrie. Z.B. an Schleifmaschinenhersteller, die damit ihre Kühlschmierstoffe filtern. Da spielt es keine Rolle, ob das Vliesmaterial Einfluss auf die Oberflächenspoannung nimmt.

      Ab 2018 werden wir nach und nach austauschbare Schaumrohre anbieten. Für die BK-Modelle, die heute schon ein rausnehmbares Schaumrohr haben, geht das ohne Probleme. Die größeren Modelle, wie z.B. den Deluxe 300 haben ab 2018 bereits auf Schraub-Schaumrohre umgestellt. Hier kann der Kunde dann als Option, kleinere Schaumrohre einsetzen.
      Für alle Double-Cone und Mini BK-Besitzer wird es bald Wechselsysteme geben, um den Schaumrohrdurchmesser zu reduzieren.

      Bei den Modellen, mit fest eingeklebtem Schaumrohr, geht das leider nicht.

      Hier mal ein Bild, wo man ein Schaumrohr mit Silikondichtung sieht .....

      .


      Und hier ein Bild von einem Supermarines 250 in der Vlierserdreambox, mit Phophatwert von 0,04 mg/l



      Grüße ... Klaus
      Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....
    • Stefan C. schrieb:

      Es gibt eine Vielzahl eisenbasierter Adsorber, die sich in ihrer Solvation bei der Herstellung stark unterscheiden.


      Das ist korrekt. Ich habe *ein* Material genannt, was diesbezüglich immer wieder, besonders negativ aufgefallen ist. ( Bekannt sind mir drei mit besonders negativen Auswirkungen) Du weißt ja, dass man sehr vorsichtig sein muss als Hersteller, Namen zu nennen, mit denen es *Probleme* gibt, gerade wenn man selbst Hersteller ist.

      Tatsache ist aber auch, dass wenn man nicht darüber kommuniziert, welche Auswirkungen verschiedene Absorber auf das System nehemn können, bei uns die Anfragen zunehmen, warum der Abschäumer keinen festen Schaum mehr macht. Die Leute denken nämlich, es läge am Abschäumer selbst, bzw. die Leistung des Schäumers hat nachgelassen.

      Die Lösung habe ich auch schon genannt : Alubasierte Absorber. Die nehmen keinen direkten Einfluss auf die Abschäumleistung. Oder einfach dafür sorgen, dass sich keine Phophatdepots im Becken entwickeln können. Seltsamerweise haben minimaldekorierte, sandlose Becken, diese Probleme nicht ;)


      Grüße ... Klaus
      Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....
    • Bugbear schrieb:

      Wie verhält es sich bei einsatz von rowaphos ?
      Aktuell verwende ich den al99 von triton. Aber nach einiger Zeit soll da ja der al wert im wasser steigen. Deshalb würde ich beim nächsten mal gerne rowaphos einsetzen
      Genau diese beiden Absorber verwende ich auch im Wechsel.
      Weil eben der AL 99 mit der Zeit der AL-Wert steigen lässt und Rowa diesen wieder senkt.
      Bei einem Wassernetto von rund 900l nehme ich z.Zt. 350g Rowa bzw. 400g AL 99.
      Gleichzeitig befinden sich 800ml Kohleim Fließfilter (Knepo)

      Gruß
      Bernd
    • Von Fauna-Marin Absorbern habe ich noch nie negatives gehört. Von Triton oder Alu-Absorbern auch nichts. RowaPhos nur wenn große Mengen zum Einsatz kommen. Mainriff noch keine Erfahrungsberichte ....

      Grüße ... Klaus

      Ps .. ich werde beim Neustart alles daran setzen, keine Phosphat-Absorber einsetzen zu müssen. Der Weg zu absorberfreien Meerwasseraquaristik ist eigentlich bekannt.
      Würde mich schwarz ärgern, wenn die schönen weißen Oberflächen der Vlieserboxen, mit einem unansehnlichem Rostschleier belegt werden.
      Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....