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Seegras (und Alternativen)

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    • Hallo, guten Morgen!

      Fast eine Woche nach dem letzten Post möcht ich ein bissl was von dem seither angelesenen Wissen über Sulfid oxidierende Bakterien weitergeben.

      Nicht nur Beggiatoa, sondern auch andere Bakteriengattungen sind in der Lage, Schwefelwasserstoff zu Schwefel zu oxidieren, wobei sowohl Sauerstoff als auch - im anaeroben Bereich - Nitrat als Elektronenakzeptor genützt werden kann. Nitratatmung scheint für Beggiatoa sogar die vorrangige Energieversorgung zu sein, und das dabei entstehende Ammonium kommt - wie schon von Hans-Werner angemerkt - dem Seegraswachstum zugute.

      Beggiatoa ist überdies zu vergleichsweise rascher Bewegung fähig und dringt (statt der ursprünglich von mir vermuteten wenigen Millimeter) mehrere Zentimeter in das Bodensubstrat ein.

      Die örtliche Veränderung der Bakterienkolonie ist auch im Aquarium zu beobachten: Das weiße Geflecht ist an der Substratoberfläche nicht ständig sichtbar. Es kommt und geht, auch unabhängig vom Tag/Nacht-Rhythmus.

      Gestern hab ich übrigens die 9.Ausgabe des Schlegel bekommen. Das mikrobielle Leben im Bodensubstrat ist noch um einiges komplexer als angenommen, vor allem rund um das Thema Schwefelkreislauf.

      Allerdings wird mir langsam klar, warum Seegräsern allgemein nachgesagt wird, dass sie zum Gedeihen eine Schichthöhe von mehreren Zentimetern benötigen.

      Liebe Grüße
      Linda

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Linda ()

    • Hi Freunde der Unterwassergräser,

      von unserer heurigen Philippinenexcursion haben wir wieder ein paar Gräser und Algen mitgebracht.
      Teils naß, teils feucht transportiert.

      Werden wir heute oder morgen wieder in einen geschichteten Grund einsetzen......

      Nur kurz zur Schwefelgeschichte, wenn ich das früher gewußt hätte, wären jetzt Proben verfügbar....

      Was mich allerdings wundert, die meisten Substrate beim Seegras sehen unter der Oberfläche sehr dunkel aus.
      Gilt nicht für Ovalis, da dieses keine so dichten Stellen bildet, sondern eher strahlenförmig wächst.

      Wir hatten einen Tauchplatz mit mehreren Arten, und haben dort auch einen Nachttauchgang gemacht.
      Also ich könnte mir eine kurze Wiese mit Bobtailsqids gut vorstellen ;-))
      meerwasser-lexikon.de/tiere/2592_Euprymna_berryi.htm
      Sehr süße Wesen....

      Bilder kommen noch, sind ein paar viele geworden ;-))

      LG,
      Wolfgang
      Man muss wissen, bis wohin man zuweit gehen kann!
      reefdesign.eu
    • Hallo Wolfgang,

      schön zu lesen, dass ihr wieder (gut) zurückgekommen seid. Hätt ja auch sein können, dass ihr auf Cebu bleibt, gell? =)

      Die Mini-Sepia ist schon ein ganz besonderes Schmuckstück, da freu ich mich auf eure Fotos.

      Ja, und was die schwarze Farbe des Bodensubstrats in Seegraswiesen angeht: Durch Eisensulfid schwarz gefärbten Sand find ich in meinen Aquarien ebenfalls knapp unterhalb der Oberfläche und hab bis jetzt gedacht, das ist auch gut so, weil dem natürlichen Lebensraum entsprechend. Im Grund genommen ist es das ja auch, nur ohne die passenden Mikroben halt ungesund für die Seegraswurzeln.

      Halophila ovalis hat bei mir bis jetzt überhaupt nicht gehalten. Deiner Beobachtung folgend kann ich mir jetzt auch vorstellen, warum.

      Liebe Grüße
      Linda
    • Hi,
      haben gerade unsere Gräser gepflanzt ;-))
      Bilder kommen morgen.

      Nur mal ein paar Überlegungen / Beobachtungen aus der Natur.

      Die aquaristisch interessanten und hier besprochenen tropischen Gräser, sind nach meiner Beobachtung alle keine Tiefwurzler.
      Bei Ovalis zB kann man den Wurzelstrahl oft sehen, da leicht freigespült, weil direkt unter der Oberfläche.
      Es gibt natürlich auch wirklich große Arten, die hab ich mir wegen der geringeren Eignung nicht so genau angesehen....
      Es wäre natürlich spannend zu wissen, wie schnell die Schichtung im Substrat anerob wird, bzw durch Abbauprodukte, oder Ablagerungen verändert.
      Und natürlich wie das im Gegensatz dazu im Aquarium aussieht.
      Die kleinen Gräser sind jetzt auch keine Sedimentfallen wie die Positoniawiesen im Mittelmeer, da ist eigentlich immer der Sandboden dazwischen zu sehen, der relativ sauber aussieht.
      Spricht jetzt für mich gegen Lindas " Kompostversion" ;-)) Wobei uns gerade da im Aqua ja definitiv die Verwertungsgesellschaft fehlt.....

      Ebenso kommen in den Seegrashabittaten viele "wühlende" Tiere vor, die gerne vergessen werden. Bzw die man nur bei nachttauchgängen sieht.
      Da wimmelt es von Krabben, Garnelen und auch so manchem Fisch, die buddeln sich alle gerne ein, so das nur die Augen raussehen. Teils zum Verstecken, teils zum Jagen...
      Sorgt natürlich auch immer für einen kleinen Gasaustausch.

      Die mitgebrachten Gräser sind alle angespült worden, haben wir nach der Springtide morgens am Strand gesammelt. Was ja auch gegen tiefe Verwurzelung spricht.

      Bei unserem ersten Gras ist nach kurzer Zeit ja ein Sproß über den Rand des Gefäßes rausgewandert, hat viele Wurzeln ( sind das dann " Luftwurzeln" unter Wasser? ) gebildet und versucht wieder einen passenden Platz zu finden.
      Macht die Seegraswiese jetzt auch immer wieder. Wir haben ja eine etwa 1/3 zu 2/3 Teilung des Beckens, rechts der größere teil mit Bodengrund, links kaum Bodengrund, und das Gras probiert es immer wieder auch in diesen Teil zu kommen. Wächst zwischen den LS durch......

      LG,
      Wolfgang
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    • Hallo Wolfgang,

      ich bin dir sehr dankbar für die Schilderung deiner Beobachtungen im Seegrasbiotop.

      Lass mich im Folgenden näher darauf eingehen:

      Die aquaristisch interessanten und hier besprochenen tropischen Gräser, sind nach meiner Beobachtung alle keine Tiefwurzler.
      Bei Ovalis zB kann man den Wurzelstrahl oft sehen, da leicht freigespült, weil direkt unter der Oberfläche.
      Die Rhizome verlaufen soviel ich weiß bei allen Seegräsern nur knapp unterhalb oder überhaupt an der Substratoberfläche. Nährstoffe nehmen die Gräser aber über die eigentlichen Wurzelstrukturen auf, die an den Trennlinien der Rhizomabschnitte gebildet werden. Die sind extrem empfindlich, sowohl was mechanische Beschädigungen betrifft als auch biochemische Einflüsse. Solang die Rhizome genug Kraft haben ersetzen sie verlorene Wurzeln. Das kann ich in den Aquarien recht gut beobachten bei jenen Pflanzen, die nicht von Anfang an vom Substrat abgedeckt waren. Mit Glück wachsen die Ausläufer dann von selber ins Substrat hinein, und wenn sie dort geeignete Bedingungen vorfinden, erfangen sich die Pflanzen auch wieder. Bei mir scheitert es vor allem in der 'Seegraswiese' an den geeigneten Bedingungen ;(

      Die kleinen Gräser sind jetzt auch keine Sedimentfallen wie die Positoniawiesen im Mittelmeer, da ist eigentlich immer der Sandboden dazwischen zu sehen, der relativ sauber aussieht.
      Spricht jetzt für mich gegen Lindas " Kompostversion" ;-)) Wobei uns gerade da im Aqua ja definitiv die Verwertungsgesellschaft fehlt.....
      Wobei ich anmerken möcht, dass der Komposthaufen in der 'Pferdekoppel' schon deutlich kleiner geworden ist, weil der Nachschub fehlt :) Die Verwertungsgesellschaft ist hier von der Artenvielfalt sicher nicht mit der im natürlichen Lebensraum vergleichbar, aber sie bemüht sich, den Detritus abzubauen. Dabei fällt mir auf, dass gerade in diesem Bereich der Sand relativ 'sauber' bleibt. Heute hab ich dort auch eine kleine Beggiatoa-Kolonie entdeckt, woraus ich schließe, dass die Ausscheidungsprodukte der Verwertungsgesellschaft dort landen, wo sie an sich gebraucht werden. Im Augenblick vertraue ich vor allem auf die mikrobielle NH4-Produktion in Verbindung mit dem Abbau des Schwefelwasserstoffs.

      Ebenso kommen in den Seegrashabittaten viele "wühlende" Tiere vor, die gerne vergessen werden. Bzw die man nur bei nachttauchgängen sieht.
      Da wimmelt es von Krabben, Garnelen und auch so manchem Fisch, die buddeln sich alle gerne ein, so das nur die Augen raussehen. Teils zum Verstecken, teils zum Jagen...
      Sorgt natürlich auch immer für einen kleinen Gasaustausch.
      ... der im Bereich von mehr als zwei, drei Zentimetern ganz offensichtlich gar nicht nötig ist - zumindest nicht für die Seegraswurzeln. Wie die in tieferen Substratschichten lebenden Tiere damit umgehen ist eine andere Geschichte (freilich nicht weniger interessant).

      Es wäre natürlich spannend zu wissen, wie schnell die Schichtung im Substrat anerob wird, bzw durch Abbauprodukte, oder Ablagerungen verändert.
      Ja, das ist die Kardinalfrage. Wahrscheinlich wird der Übergang von oxischen Bereich zum anoxischen auch von der Sedimentkörnung abhängen, aber das ist ja erst der Anfang. Das Verständnis für die da ablaufenden mikrobiellen Prozesse erfordert auch fundierte Kenntnisse in organischer Chemie und Redox-Reaktionen. Dass zahlreiche daran beteiligte Mikroorganismen wie durch Zauberhand auch in unsere Aquarien gelangen, hab ich im Mangrovenbecken gesehen. Wie 'komplett' die Gesellschaft ist kann ich nicht sagen, aber in diesem Becken hat sich mit den Jahren offensichtlich eine gesunde Mikrofauna entwickelt.

      Redox-Reaktionen hat, glaub ich, mein inzwischen seliger Chemieprofessor vor 43 Jahren selber noch nicht gekannt :) Entsprechend schwer tu ich mir jetzt bei der Verinnerlichung der inzwischen sehr umfangreichen Informationen.

      So, und jetzt genehmig ich mir noch ein paar Seiten Schlegel :)

      Gute Nacht!
      Linda
    • Linda schrieb:

      ... Nitrat als Elektronendonator...
      Liebes Moderatorenteam,

      bitte um Ersatz des Begriffs <Elektronendonator> durch <Elektronenakzeptor> in Beitrag #122.

      Linda schrieb:

      Redox-Reaktionen hat, glaub ich, mein inzwischen seliger Chemieprofessor vor 43 Jahren selber noch nicht gekannt Entsprechend schwer tu ich mir jetzt bei der Verinnerlichung der inzwischen sehr umfangreichen Informationen.
      :rolleyes:

      Danke und liebe Grüße
      Linda
    • Hallo,
      jetzt mal Bilder von unseren Urlaubsmitbringseln, bzw wie wir es diesmal wieder versuchen....
      Die Gräser wurden bis auf das eine mit der Kapsel am 08.02. am Strand aufgesammelt, und dann
      etwa eine Woche auf der Terasse unseres Zimmer zwischengehältert. Wasserwechsel täglich 25 - 50%.

      Seegrasvorkommen gibt es dort direkt vor dem Strand, in teilweise gerade Hüfthöhe. Allerdings ist dort ein extremer Bootsverkehr,
      deshalb haben wir es uns nicht genauer angesehen...

      Dafür einen Tauchgang am Tag und einen bei Nacht auf einer reinen Seegraswiese gemacht.
      Für die Übersichtsfotos muß ich Sonjas Bilder erst durchsehen, ich war nur mit dem Macro unterwegs ;-))

      LG,
      Wolfgang
      Bilder
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    • Jetzt zum Pflanzen,
      wir haben von unseren Kroatienurlauben im Sommer einige der großen Wasserflaschen ( 5 - 7L ) mitgenommen,
      die eignen sich abgeschnitten hervorragend für solche Zwecke, oder als Planktonröhren, Nachfüllvolumen.....
      Einfach zuerst mit dem Messer auf etwa 10cm abgeschnitten und dann mit einer scharfen Schere begradigt, bzw den Rand geglättet.
      Das Seegras soll ja nicht in der Strömung über eine Säge reiben ;-))

      Zuerst etwa 2,5cm Tropic Marin Reef Mud ( welchen müssen wir erst Hans Werner fragen, war anders verpackt ;-)) ) eingebracht,
      glatt gestrichen, etwa 1cm feinen Sand 0,3 - 1mm darüber, dann wieder ~ 2,5cm Reef Mud und begradigt.

      Jetzt die Pflanzen vorsichtig darauf gesetzt, und nur minimal angedrückt um die Rhizome nicht zu verletzen.
      Dann wieder Sand zum Stabilisieren aufgebracht. Dabei vorsichtig die Blätter gehalten, und ganz sanft festgedrückt.

      Anschließend das ganze im Ablegerbecken, wo schon ein solches Gefäß steht, versenkt.....
      Diese Vorgangsweise hat sich bei dem letzten Import bewährt, auch da waren die Gräser länger als geplant in den Säckchen.....

      Wir haben diesmal extra das feine und das breite Gras getrennt, lediglich vom runden in jedes Gefäß eine Pflanze dazugemischt.

      Und jetzt hoffen wir natürlich das es anwächst ;-))

      @ Linda
      das mit den Wurzeln und Rhizomen war schon klar, nur bin ich mir nicht sicher wie tief sie wirklich reingehen...
      beim Ovalis gar nicht tief, bei den anderen müßten wir mal welches richtig ausgraben und vermessen....
      Das tun wir aber eigentlich nicht weil Seegras dort geschützt ist, zumindest offiziell, deshalb nehmen wir auch nur Strandgut mit.

      LG,
      Wolfgang
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    • Und der Rest.
      Am 3 Bild stehen jetzt die 3 Gefäße im Ablegerbecken, das alte hinter der Tridacna....

      Anbei auch 2 Bilder vom Seegrasbecken.
      Da sieht man einerseits schön wie das Ovalis einen geraden Strahl von hinten nach vorne zur Scheibe zieht,
      andererseits wie "seicht" unser Bodengrund eigentlich ist.

      LG,
      Wolfgang
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    • Hallo Wolfgang,

      ihr habt offenbar den ultimativen Grünen Daumen - auch was Seegräser angeht! :)

      Ich hab mir grad das Reef Mud Substrate von Tropic Marin angeschaut: Da war ich vielleicht ein bissl überheblich als mich Hans-Werner darauf aufmerksam gemacht hat. Wie ich inzweischen weiß ist Schlamm ja doch nicht gleich Schlamm.

      Fasziniert hat mich auch die Frucht auf dem einen Foto. Leider hab ich in der Literatur keine Abbildung gefunden, die passen könnte. Es wäre toll, wenn die noch reift.

      Danke jedenfalls für die ausführliche Dokumentation sowohl was die gefundenen Gräser betrifft als auch die Pflanzung. Ein flaches Schüsserl in der Art und die Substratmischung möcht ich gelegentlich auch mal versuchen. Das Reef Mud Substrate sowieso :)

      Liebe Grüße
      Linda
    • Hallo Community,

      nach längerer Zeit wieder ein kurzes Update Lindas Seegras betreffend ...

      Leider habe ich zu Beginn dieses Jahres ein massives Problem gehabt mit einer missratenen Salzmischung. In einigen Aquarien haben sich größere Wasserwechsel fatal ausgewirkt, in anderen hat sich erst nach einigen Wochen gezeigt, dass die Biologie aus dem Ruder gelaufen ist.

      Davon waren auch meine Seegrasbecken betroffen. Gottlob habe ich grad noch rechtzeitig die Ursache für den Verfall gefunden, und nach Einsatz eines neuen Salzes sowie Tropic Marin Reef Mud Substrate als Boden-Zusatzstoff haben sich die Becken wieder stabilisiert. Die Gräser werden freilich noch eine Weile brauchen um wieder eine Wiese zu bilden, aber Geduld ist schließlich die höchste Tugend der Aquarianerin.

      Was mir bei der Gelegenheit noch aufgefallen ist: Die Beggiatoa-Kolonien in den Seegrasbecken waren vorübergehend auch verschwunden. Ich habe daraufhin Microbe Lift Special Blend zugegeben, weil mich der Geruch nach Schwefelwasserstoff auf die Idee gebracht hat, dass in dem Cocktail auch Sulfid oxidierende Bakterien enthalten sein könnten. Keine Ahnung, welche der Maßnahmen (Special Blend und/oder Reef Mud) dafür gesorgt hat: Als ich vorgestern einen neu entdeckten Mitbewohner ausgraben wollte und dabei eine Menge halb verrottetes Wurzelgeflecht freigelegt habe, ist mir aufgefallen, dass der Sand unter der Oberfläche blendend weiß vom Schwefel ist. Offensichtlich haben sich die Bakterienkolonien erfangen oder neu gebildet. Jedenfalls beobachte ich diese Veränderungen mit Freude.

      Fotos der Aquarien trau ich mich vorderhand trotzdem nicht zu posten :)

      Liebe Grüße
      Linda
    • Hi,
      um diesen Thread wieder mal hochzubringen:
      Am Samstag hatte ich einen Anruf von Dr. Daniel Abbed vom Haus des Meeres in Wien.
      Es gibt ein Forschungsprojekt zu den Mondmuscheln, bzw Symbionten und das Biozentrum hat das übliche Seegras Wachstums Problem....
      Daher hatten wir am Sonntag noch Besuch von einem der Wissenschaftler, der dort daran forscht.
      Unsere Seegraswiese hat ihm gut gefallen.
      Wir haben wieder mal alle bekannten Faktoren durchgekaut, viel neues ist ja bisher nicht aufgetaucht.

      Unsere Wiese steht weiterhin gut da, die im Februar 2016 mitgebrachten Seegräser sind nicht aufregend im Wachstum ( anderes Becken ) mit ausnahme der Art mit rundem Blattquerschnitt.
      Im Februar 2017 mitgebrachte haben wir Linda weitergereicht.
      Wurde wieder alles am Strand gesammelt.
      Leider hatten wir das selbe Phänomen wie 14 auf 15, im Jahr davor besuchte Seegraswiesen waren extrem ausgedünnt oder gar nicht mehr vorhanden.
      14 auf 15 war es ein Taifun in Anilao, 16 auf 17 war es einer auf Malapascua.
      Dem haben die Seegräser sehr wenig entgegen zu setzen...
      Anbei ein Bild wie die Seegraswiese im Februar ausgesehen hat.
      Es war schon wesentlich dichter, allerdings durch die geringe Beckenhöhe von 50cm war es dann oben umgeknickt, und wurde treibend von der Lampe verbrannt...
      Auch haben wir mittlerweile einige Ableger abgegeben.

      Würde mich freuen wenn hier wieder Schwung und vor allem neue Erkenntnisse auftauchen ;-))

      LG,
      Wolfgang
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    • So,
      Zeit für ein Update:

      Das Seegras ist massiv gewachsen, oben umgeknickt und die oberen Blätter sind immer wieder von der Lampe verbrannt worden.
      Viele Blätter werden auch jeden Tag abgestoßen.
      Dann sind die Stile auch immer länger geworden, die Blattansätze also noch höher gewesen....
      Licht kam rechts eigentlich nicht mehr durch. Die Acro haben wir dem Haus des Meeres vermacht.

      Und plötzlich wurde es weniger dicht. Irgendetwas fehlte scheinbar. Wir haben dann versuchsweise Spurenelemente in Minimal Version zugegeben,
      leider haben wir damals noch keine genau Analyse machen lassen, erst Monate später.
      Davon habe ich leider kein Übersichtsfoto gemacht, aber man sieht bei der Boxerkrabbe auch ganz gut wie sich die Stile entwickelt haben.

      Weil es ging wieder bergauf. Alle 2 Wochen werden 30l Wasser gewchselt, also knapp weniger als 15%. Diese Spuries reichen offensichtlich nicht.
      Gefüttert wird viel. Die Peitschengorgonien sind gut gewachsen, Ableger ins Haus des Meeres und von dort nach Monaco gegangen.
      Nährstoffe waren immer am unteren Limit.
      Diese Becken verträgt einiges....

      Jetzt erholt sich der Bestand wieder ganz gut.

      Die Gräser von 2016 haben sich bei weitem nicht so stark entwickelt.
      Das Ovalis ist anfangs gewachsen, aber hatte im Seegrasbecken unter dem anderen Gras zuwenig Licht.
      Außerdem bevorzugt es eine strahlenförmige Ausbreitung, die war aber so nicht möglich. Ebenso in den kleinen Behältern nicht...
      Davon haben wir leider nichts mehr.

      Im März 2018 haben wir die Gräser "umgetopft". Da sieht man mal einen echt schwarzen Bodengrund....

      Die anderen beiden Gräser wachsen langsam vor sich hin.
      Leider haben wir einen Seeigel eingesetzt der sich sehr gerne damit dekoriert...
      Das machen nicht alle, der ist jetzt in einem anderen Becken.
      Die letzten Bilder sind die aktuelle Ansicht des Seegrasbeckens und die beiden anderen Gräser im Ablegerbecken mit den Mangroven von heuier.

      LG,
      Wolfgang
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    • Nachtrag,
      mussten heute wieder einen Seegrastopf umsetzen, da sich Cervera drauf ausgebreitet hat.....
      Hatten wir viel im Becken, und nach großer Aktion scheinbar wegbekommen.
      Jetzt bei den Fotos habe ich am Rand des einen Behälters allerdings wieder eine Kolonie gesehen.
      Möglicherweise haben wir sie mit dem Seegras mit umgesetzt...
      Also den befallenen Topf weg, und leider auch das Seegras am Rand dezimiert um eine neuerliche Verschleppung zu verhindern.
      Da blutet einem das Herz....
      Hoffentlich war es das.
      LG,
      Wolfgang

      PS: keine Fotos aber der Sand / Schlamm war wieder schwarz innen / unten...
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