Umzug in größeres Becken mit Zwischenhälterung

  • Hallo zusammen,


    ich überlege mich zu vergrößern und plane gerade die Vorgehensweise. Der Besatz vom heutigen Becken soll komplett in das größere Becken umziehen. Leider kann ich die Becken nicht vorübergehend parallel betreiben und so werde ich wohl irgendwie zwischenhältern müssen für 3-4 Tage. Habe sowas bislang noch nicht gemacht, daher würden mich eure Einschätzungen interessieren, ob mein nachfolgender Plan so in etwa funktionieren kann.


    Tag 1


    1) den Großteil des Wassers auf zwei Behälter (Tonnen/Wannen) aufteilen, dann in einen Behälter den Steinaufbau mit Korallen und Sand, und in den anderen Behälter die Fische einsetzen. Fraglich ist, in welchen Behälter die Anemone rein sollte: vielleicht lieber separat in einen eigenen Behälter?


    2) Technik für Zwischenhälterung anbringen: am Behälter mit Korallen eine Strömungspumpe, Heizung und die reguläre Beleuchtung. Am Behälter mit Fischen eine Heizung sowie eine Strömungspumpe für Oberflächenbewegung und Sauerstoffeintrag.


    Tag 2


    3) Neues Becken aufbauen und befüllen. Hierbei würde ich gern meinen 8 Monate alten Sand aus dem heutigen Becken übernehmen und mit etwas neuem Live Sand ergänzen.


    4) Technik installieren und in Betrieb nehmen.



    Tag 3


    5) Steinaufbau mit Korallen übersetzen in neues Becken. Etwa 20-30% neue Steine hinzufügen.



    Tag 4


    6) Fische übersetzen in neues Becken




    Soweit der grobe Ablauf. Liest sich natürlich deutlich einfacher als es umzusetzen ist… :rotewange:

    Ich würde mich sehr freuen über Ratschläge und Hinweise, wenn ich hier relevante Dinge übersehe oder falsch angedacht habe. Danke im voraus.

    Gruß, Kai

  • Hallo Kai,


    das geht normalerweise deutlich schneller und sicherer, wenn Du das neue Becken aufbauen kannst, bevor Du das alte ausräumst. Im ungünstigsten Fall musst Du das alte Becken abbauen/verschieben, bevor das neue Becken auf dem alten Standort kann. Normalerweise ist das kein Problem, selbst ein halb befülltes Aquarium lässt sich noch ganz gut verschieben, wenn man es direkt auf einen Teppich zum ziehen setzt. Oder halt Möbelhunde, wenn man kräftige Männerhilfe hat, die was heben können. Ein Aquarium auf Unterschrank lässt sich leer auf einer Schmutzfangmatte problemlos durch die Gegend schieben, ohne dass die Frau einen Anfall bekommt, denn Kratzer kommen so nicht in den Boden.


    So kann jedenfalls entkoppelt vom Abbau des alten Beckens das neue erst mal komplett vorbereitet werden, so dass nur noch die Technik umgesetzt werden muss für den Betrieb.

    Ausreichend frisches Meerwasser ansetzen, da Du vergrößern willst und die letzte Handbreit Wasser etwa nicht wiederverwendet werden kann, weil zu viel Dreck aufgewirbelt wird.

    Aus dem gleichen Grund kannst Du nur ein oder zwei Handvoll Sand zum Animpfen des neuen Beckens verwenden, der Rest wird verworfen (nur Schnecken und andere Tiere rausfiltern), Du brauchst also wieder etwas Sand, im vorhandenen Sand sind zu viele Nährdepots und Detritus, was beim Umfüllen die Wasserwerte ruinieren würde.


    Beim Abbau des alten erst so viel Wasser wie möglich ablassen in Wassertonnen und Kanister, Korallen und Deko säubern und in die Wassertonnen umsetzen und dann die Fische rausfangen und ebenfalls in die Wassertonnen setzen. Wenn es nicht einen Tag dauert, das neue Becken in Betreib zu nehmen (sollte eigentlich nicht), dann muss auch nichts sonst gemacht werden, sonst zumindest eine Strömungspumpe gegen die Wasseroberfläche der Tonne richten, um den Gasaustausch zu sichern. Je nach Temperatur noch den Heizer mit reinsetzen.


    Deko prüfen vor dem Einsetzen, ob alles sauber ist und die Korallen so befestigt bleiben können, dann ins neue Becken und Wasserkreislauf herstellen. Dann Fische umsetzen. Je nach Dauer sollte das auch ohne lange Anpassen gehen. Wenn das neue Becken vorbereitet ist (geputzt, auf Unterschrank, Verrohrung und Technikbecken aufgebaut), dann ist das ganze normalerweise in einem Tag abgeschlossen. Zumindest mit der notwendigen Technik (Strömung, Rückförderpumpe, Abschäumer, Heizer). Alles andere hat Zeit bis zum nächsten Tag (Dosierung, UVC, Steckdosenleisten anbringen usw. )

    Viele Grüße


    Sandy

  • Hi Sandy,


    Danke für deine Tipps. Wenn ich das alte Becken aufbauen könnte während das alte noch läuft, hätte ich deutlich weniger Fragezeichen... 😅 Aber ich kann mir noch nicht so richtig vorstellen, dass ich ein halbleeres Becken mit Schrank und Technikbecken angehoben und geschoben bekomme. Beim letzten mal als ich nur das Becken fast leer gemacht und dann mit 4 Leuten in die Garage getragen habe, hatten die Fische hatten danach irgendwie alle einen weg.


    Mein Sand ist ja erst wenige Monate im Becken und er wurde regelmäßig durchgewühlt von mir und grabenden Seesternen. Ist trotzdem davon auszugehen, dass er bereits schädliche Nährstoffdepots hat?

    Gruß, Kai

  • Hallo Kai,


    das NEUE Becken aufbauen, während das alte noch läuft, meintest Du wohl. Das sollte nicht das Problem sein. Vor dem Verschieben, bitte das alte komplett leeren, auch die Fische rausfangen. Und damit das relativ einfach ist, zuerst die gesamte Deko raus.


    Faule Menschen heben nicht das ganze Becken hoch, sondern kanten das Becken nur leicht an und schieben dann eine Matte drunter. Dann kann das Becken ohne Probleme gezogen werden.


    Selbst nach nur wenigen Monaten ist der Sand bereits nicht mehr direkt zu verwenden.

    Viele Grüße


    Sandy

  • Hallo Kai,


    das NEUE Becken aufbauen, während das alte noch läuft, meintest Du wohl.

    Hi Sandy,

    da hast Du vollkommen Recht. War ein Tippfehler.


    Vor dem Verschieben, bitte das alte komplett leeren, auch die Fische rausfangen. Und damit das relativ einfach ist, zuerst die gesamte Deko raus.

    Wenn ich das alte Becken leere und die Fische in einen Behälter setze, warum sollte ich sie dann nochmal in das alte Becken am Übergangsstandort einsetzen? Wäre es für die Tiere nicht stressfreier wenn sie aus dem Behälter dann direkt in's neue Becken kommen? Sie würden ja nicht sehr lange im Behälter bleiben müssen.


    Selbst nach nur wenigen Monaten ist der Sand bereits nicht mehr direkt zu verwenden

    Alles klar. Was ich hierzu noch gerne besser verstehen würde: wo ist der Unterschied zwischen Sand, der z.B. 2-3 Jahre in einem Becken ist und Sand, der nach 6 Monaten in ein anderes Becken umzieht. Man müsste ja vergleichbare Probleme bekommen, wenn man in einem laufenden Becken nach einiger Zeit den Sand umwühlt. Das habe ich bisher so nicht wahrgenommen.

    Gruß, Kai

  • Wenn ich das alte Becken leere und die Fische in einen Behälter setze, warum sollte ich sie dann nochmal in das alte Becken am Übergangsstandort einsetzen? Wäre es für die Tiere nicht stressfreier wenn sie aus dem Behälter dann direkt in's neue Becken kommen? Sie würden ja nicht sehr lange im Behälter bleiben müssen.

    Hallo Kai, wir spielen gerade "Ich sehe was, was Du nicht siehst". Und ich sehe leider gar nichts davon, ich hatte deshalb als Beispiel erwähnt, wenn jemand ein Becken an den Platz des bereits vorhandenen stellen möchte. Ob dies bei Dir der Fall ist? Keine Ahnung. Ohnehin ist immer das Vorgehen, erst mal alle Tiere raus aus dem alten Becken, bevor andere Aktionen gestartet werden. Gib ihnen ruhig auch ein paar Röhren zum Unterschlupf, das beruhigt die Fische deutlich.


    Richtig ist, dass die Fangaktionen so wenig wie möglich stattfinden sollten. Das ist natürlich am einfachsten, wenn das neue Becken bereits steht und die Fische direkt nach dem Fang in das neue Becken umgesiedelt werden können. Ist dies der Fall bei Dir?


    Ich hatte vorher bereits erwähnt, dass die Deko abgespült werden sollte, damit das Wasser sauber bleibt. Ähnlich ist es auch mit dem Sand, der komplett umzieht, dann wird beim Umfüllen alles durch das Wasser gekippt und es geht eine enorme Menge in die Wassersäule, was beim normalen Bodenputzen nicht so stark passiert. Nach dem Beckenstart ist ein Messen von Ammonium normalerweise nicht nötig, aber beim Beckenumzug ist das Messen von Ammonium/Ammoniak sinnvoll. Man staunt manchmal, was da auftreten kann.

    Viele Grüße


    Sandy

  • Hi Sandy,


    meine Schilderung war wohl nicht klar genug. Wie ich angedeutet hatte, kann ich die Becken nicht richtig parallel betreiben. Das neue Becken kann noch nicht aufgebaut werden, weil es an den Standort des alten Beckens muss (in der Wohnküche). Daher dachte ich, dass die Zwischenhälterung in Behältern die naheliegende Lösung wäre.


    Natürlich könnte ich das alte Becken komplett leer machen (Tiere in einen Behälter), es dann vorübergehend in's Wohnzimmer stellen, die Fische wieder vom Behälter in's alte Becken einsetzen, und schließlich das neue Becken aufbauen und in Betrieb nehmen. Dann alles vom alten Becken rübersetzen in's Neue. Der Vorteil dieser Vorgehensweise wäre, dass die Zwischenhälterung in Tonnen/Wannen nur wenige Stunden dauert. Und man sich etwas Zeit lassen kann beim Aufbau des neuen Beckens. Der Nachteil wäre, dass man die Fische einmal mehr fangen muss für das endgültige Umsetzen.


    Wie dem auch sei, Danke bis hierhin für dein Feedback, das ist schon mal sehr hilfreich :thup

    Gruß, Kai

  • Hallo Kai,


    ich habe irgendwie das Gefühl, dass Du die Sache verkomplizierst, ohne dass dies notwendig ist. Aber ich wünsche Dir viel Glück bei Deinem Vorhaben.

    Viele Grüße


    Sandy

  • Ich gehe schon ziemlich sicher davon aus, dass wir fröhlich aneinander vorbeireden, aber egal, Du wirst schon machen.


    Mein letzter Tipp ist deshalb: fange morgens an, und habe abends noch die Möglichkeit, einen schnellen Einkauf zu machen, denn irgendetwas ist immer nicht vorhanden, was man nicht richtig bedacht hat. Sei es PVC-Kleber, ein Stück Verrohrung, eine Pumpe, die unerwartet kaputt geht oder eine Schraube, die sich nicht lösen lässt. Oder schlicht etwas Salz oder eine weitere Tonne/Becken.

    Und wenn alle Stricke reissen und der Zeitplan ist nicht einzuhalten, habe einen Plan B, der diese Verlängerung aushält. Setze Dich nicht unter Zeitdruck, eine Deadline einhalten zu müssen.


    Solche Aktionen starte ich wenn möglich Freitag relativ früh, so dass auch am nächsten Tag noch letzte Einkäufe möglich sind. Du kannst an alles mögliche denken, aber die Schrauben zum Befestigen der Steckdosenleisten fehlen dann doch und alles liegt in der Gegend rum.

    Viele Grüße


    Sandy

  • Wenn mein 500l-Becken bereit wäre könnte ich das sogar machen, aber im Augenblick schaffe ich das nicht so schnell. (^-^)


    Mir geht es eher darum, dass ich Dir vielleicht ein paar Sachen leihen könnte, da es nicht so weit weg ist. So Sachen wie Glasheber, 10m Silikonschlauch mit Pumpe, Wassertonnen für die Zwischenhälterung und solche Sachen. Braucht man nur selten, aber wenn man sie braucht sind sie Gold wert.

    Viele Grüße


    Sandy

  • Hi Sandy,


    Das ist superlieb von Dir. Vielen Dank für das Angebot. Ich komme gerne drauf zurück wenn ich mal soweit bin. Im Moment plane ich erstmal mal alles in Ruhe durch :nerd_face:

    Gruß, Kai

  • Plane ruhig und schreibe Deine Einfälle auf, in der Hektik des Tages vergisst Du es nämlich dann schnell, wenn es soweit ist. Sage einfach Bescheid, wenn es soweit ist. Eventuell kann ich auch meine Osmose mit ausleihen, wenn Deine etwas langsam ist.


    Auf wieviel Liter möchtest Du denn aufstocken?

    Viele Grüße


    Sandy

  • Das hört sich schon ambitioniert an! So etwas habe ich hier auch stehen. Die Kosten dafür sind aber nicht ganz ohne pro Monat. Leidensfähigkeit ist gefragt. (^-^)

    Viele Grüße


    Sandy

  • Hallo zusammen,


    mein neues Becken kommt im Juli und ich bin in der Planung einiger Details. Mir wird von allen Seiten geraten im neuen Becken nur eine Handvoll Sand vom laufenden Becken einzubringen. Werde ich dann so machen. Was aber mache ich mit meinen zwei grabenden Seesternen? Die haben im neuen Live-Sand ja erst mal nicht viel zu knabbern. Schaffen die das oder sollte ich sie lieber vorübergehend abgeben? :thinking_face:

    Gruß, Kai

  • Gib für den Übergang einfach etwas Futter in den Sand, was sie sich rausfischen können. Sehr kleine Mengen natürlich, etwas Staubfutter oder Min S und sehr kleine Pellets und zerriebene Noriblätter mit feinem Frostfutterplankton, alles in geringer Dosis ab und zu in den Sand gespritzt. Dann sollten sie es schaffen.

    Viele Grüße


    Sandy

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