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Hilfe - Speedy läuft nicht mehr

    • Hilfe - Speedy läuft nicht mehr

      Hi

      Shit happens - irgendwie habe ich aquaristisch gesehen nicht meine beste Zeit!

      Heute wollte ich eine Speedy freistrahlend als Strömungspumpe testen. Eine Reinigung meiner Förderpumpe, RD3 80W Speedy, stand sowieso an. Also habe ich sie ausgebaut und gereinigt. Wieder zusammengebaut, läuft sie nicht mehr. Das Display bleibt dunkel. Strom war an, der Rest läuft einwandfrei. Laufrad lässt sich von Hand leicht drehen, keine Blockade. Kann ich noch irgendwas tun?

      Und das am Karsamstag, abends nach Ladenschluss, wie üblich...

      Gruss
      Andi
    • Hi Sandy

      Aber so simpel dürfte eine 600 Euro Pumpe doch nicht den Löffel abgeben...

      Wie lange halten denn Speedys sonst so?

      Konnte von einem Kollegen eine alte RD1 ausleihen, momentan läufts wieder.

      Gruss
      Andi
    • Hi Andi ...

      Tja, das ist so eine Sache mit elektronischen Bauteilen.... wir verwenden nur TrippleA+++ Bauteile für unsere Steuerungselektroniken und du hast als Hersteller Null Einfluss auf die Lebensdauer elektronischer Komponenten. Die können nach dem einstecken, 20 Sekunden aber auch 20 Jahre betragen.
      Unlängst hatten wir eine RD1 Pumpe mit der Seriennummer 0002 hier in der Firma, zum neu lagern, Baujahr 4.1998 ...

      Wir führen eine genaue Statistik über Pumpenausfälle während und auch nach der Garantiezeit, die auf Herstellungs-bzw. Elektronikfehler zurückzuführen sind und nicht durch Anwendungsfehler kaputt gegangen sind.

      Ausfallraten bei RE-Pumpen innerhalb der 2 jährigen Garantiezeit : ...

      RD1 Pumpen bei ca. 0,6 %
      RD3 Pumpen bei ca. 1,5 %
      RD4 Pumpen bei ca. 0,02 %

      Auffällig, dass die Ausfallraten der RD3 doppelt so hoch ist ? Dafür gibt es schlüssige Erklärungen. Zum einen, sind in elektronisch regelbaren Antrieben erheblich mehr Bauteile auf den Platinen, als bei Motoren mit gleichbleibender Drehzahlen....
      Die meisten Schäden bei RD3 Pumpen entstehen durch Überspannungsspitzen und zwar nicht durch die Pumpen selbst verursacht, sondern weil immer mehr elektronische Bauteile billigster Machart, nicht mehr geerdet sind. Da fallen besonders asiatische LED Lampen, LED´s, Heizer und besonders unangenmehm, geregelte Strömungspumpen, Nachfüllpumpen und Förderpumpen chinesischer Produktion, die nicht vortschriftsmäßig, bzw. gar nicht geerdet sind.
      RD3-Pumpen werden nach VDE-Vorschriften in Deutschland hergestellt und sind zwangsweise über den metallischen Titan-Spalttopf, geerdet. Wenn Fehlerströme aus Fremdgeräten nicht abgeleitet werden, suchen die sich ihren Weg über unsere RD3-Pumpen bis zum FI-Schalter und können dabei die Elektroniken der RD3-Steuerungsplatinen, zerschießen. Das konnten wir hier auf unserem Teststand nachweisbar simulieren. Ein Kunde hatte dreimal hintereinander defekte RD3-Platinen reklamiert. Gemeinsam konnten wir dann rausfinden, dass dafür eine walzenähnliche Strömungspumpe für verantwortlich war, die über ein defektes Kabel, Spannung ans Wasser abgegeben und die Platinen zerschossen hat. Diese Strömungspumpe war nicht geerdet !!
      Wir raten daher dringend dazu, wenn asiatische Produkte verwendet werden, Ableitmechanismen vorzusehen, das kann z.B. ein einfacher Metallstab, z.B. aus Titan oder Duplex sein, der an die Erde einer Steckdose angeschlossen wird.
      Auch Überspannungsschläge durch Blitzeinschlag oder generell Systemkurzschluss, kann die Elektronik u.U. beschädigen. Wirkungsvoll kann man dem entgegenwirken, indem man einfache Überspannungsschutz-Steckdosenverteiler einsetzt anstelle von gewöhnlichen Verteilern, die es sogar mit Einzel-Fi Auslöser gibt. So kann man wunderbar einzeln abgesicherte Stromkreise generieren, die nicht gleich das ganze Haus stillegen, wenn der Haus FI-angesprochen hat....

      brennenstuhl.de/index.php?module=products

      Auch wenn man elektronisch regelbare Pumpen mit DC Antrieben durchaus als anfälliger einstufen kann, gehört diesen Antrieben dennoch die Zukunft. Da wäre zum einen der erheblich geringere Energieverbrauch bei gleichzeitig höheren Leistungswerten und zum anderen, der wichtigste Punkt: ... das völlige Fehlen der 50 Hz Vibrationen/Brummen wie bei AC-Wechselstromantrieben. Synchron-Läufer, wie die RD1 Pumpen sind zwar aufgrund ihrer Ansteuerung leiser als Asynchronläufer, aber nicht so leise wie DC-Antriebe mit SineWave Kommutierung.

      Weiterhin solle man unbedingt vermeiden dass bei laufendem Betrieb, das Motorkabel mit der Hirschmann-Trennkupplung, getrennt und wieder eingesteckt wird. Grundsätzlich sollte man bei Arbeiten an den RD3-Pumpen, die Pumpe stromlos schalten und noch einige Sekunden warten, bis man den Stecker zieht. Die Y-Kondensatoren, halten nämlich noch eine Weile die Spannung.

      Die meisten Pumpenausfälle sind jedoch nach wie vor, mangelnde, bzw. gar keine Wartung. Hier im besonderen verkalkte und völlig blockierte Pumpen. Auffällig auch in den letzten Jahren, dass immer mehr Pumpen reklamiert werden, wo der Rotorraum und die Antriebsmagenten verrostet sein sollen. Der Rost stammt allerdings nicht wirklich von den Pumpen selbst, sondern stammt aus Phosphatadsorbern auf Eisenoxydbasis. Ein Hersteller ist da besonders auffällig, dass sogar mitunter Eisenspäne an den Magneten anhaften und dem Rotor dann zu einem rostbraunen Schleier verhilft....
      Die Rotoren, der Rotorraum und Lagerung der RD3-Pumpen, hier speziell das hintere Lagerbett kann aber nicht rosten, da die verwendeteten Materialien aus Titan Grad 2 bestehen, was bekanntlich absolut meerwasserfest ist.
      Uns sind derzeit keine Schäden bekannt, die durch diesen Rostschleier verursacht wurden, wohl aber einige Meldungen, dass die RD3 Pumpen *lauter* geworden sind. Das hat auch einen plausiblen Grund. Durch den eisenhaltigen, schleimigen Rostschleier wird der Magnetismus bei der Kommutierung gestört, so dass die Pumpenelektronik *nachregeln* muss, dass heißt, die Pumpe kommt aus dem Tritt. Man hört dann elektronische Geräusche. Nach einer gründlichen Reinigung, sind die Pumpen dann wieder leise.....

      Generell empfehlen wir auf Adsorber mit eisenhaltigem Material, zu verzichten und ggfs. gegen aluhaltge Absorber zu wechseln. Noch besser wäre es allerdings die Quelle hoher Phosphatwerte ausfindig zu machen, anstelle an der Wirkung zu laborieren und nicht an den Ursachen...

      Weiter möchte ich jedem Meerwasseraquarianer ans Herz legen, sich die wichtigsten Komponenten eines Aquariums auf Reserve zu halten,d amit eben nicht das passiert wie Andi, dass am ersten Osterfeiertag ein Aggregat ausfällt und man nicht so schnell an Ersatz kommt. Es müssen ja keine Neugeräte sien, gebraucht aus Ebay oder Beckenauflösungen, tut es ja auch....

      Und zu guter Letzt : .. wir haben einen sehr guten und funktionierenden Support, der sich sofort um defekte Produkte aus unserem Hause kümmert. Wir reparieren selbst noch die ältesten Pumpen.

      Grüße aus Köln ... Klaus
      Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....
    • Hi Klaus

      Danke für Deine Ausführungen. Mein Fazit aus der Sache ist, dass wenn auf eine regelbare Pumpe verzichtet werden kann und der Geräuschpegel nicht so wichtig ist, besser auf RD3 verzichten und RD1 oder eine sonstige Pumpe einsetzen. Da bei mir die Förderpumpe im Keller sitzt, wäre das eine Überlegung wert. Auf RD3 grundsätzlich verzichten werde ich nicht, aber nur weil die Pumpen regelbar und vor allem unschlagbar leise sind. Sicher nicht wegen des tiefen Stromverbrauchs, die RD1 verbrauchen auch sehr wenig Strom. Momentan werkelt provisorisch eine RD1 8000 72W, da kommt oben sogar etwas mehr Wasser an wie bisher mit der RD3 Speedy 80W.

      Ich kann gut damit leben, wenn sich Pumpen innert der Garantiefrist verabschieden. :D Aber nach 3 Jahren in meinem Fall finde ich dann schon fies früh. Ich erwarte von Oberklasse-Produkten eine Lebensdauer von gegen 10 Jahren. Die Konkurrenz gibt ja sogar so lange Garantie, allerdings sind die Pumpen da ja nochmals etwas preisintensiver und nicht ganz so leise.

      Auch wenn Euer Kundenservice sicherlich top ist, ob sich eine Reparatur lohnt ist fragwürdig. Besonders, da die 80W Speedy gerade im Angebot günstiger ist. Mit was für Kosten muss ich denn rechnen, wenn z.B. der Controller getauscht werden muss? Ich habe damals meine Mini RD unrepariert zurückschicken lassen. Porto aus der Schweiz für Hin/Zurück und Reparatur war schon fast eine neue Pumpe.

      Habe gestern durchgezählt. Bei mir im Haus laufen 25 Pumpen. Laufzeiten von unterhalb 5 Jahren hatte ich noch nie, abgesehen der knapp 4 jährigen Mini Red Dragon 5000 und der gut 3 jährigen 80W Speedy. Vermutlich habe ich wirklich Pech mit Royal. Lebensdauer Rekordhalter ist mein erstes grösseres Süsswässerchen. Dieses Becken habe ich, gut 15 jährig, mit immer noch derselben Pumpe im Innenfilter verkauft. Vermutlich ist es bei Pumpen daher ähnlich wie bei Autos. Lamborghinis halten nicht so lange wie Volvos...

      Meine Schlussfolgerung um weitere Schäden an meinen 3 weiteren RD3's hoffentlich verhindern zu können:
      1. Becken werden mit einer Sonde geerdet. Vertex bietet sowas an, habe ich gesehen.
      2. Die RD3's erhalten anstelle einer gewöhnlichen Steckdosenleiste, eine mit Überspannungsschutz. Keine anderen Geräte werden an diese Steckdosenleiste angeschlossen. Wäre eigentlich super, sowas in den Controller direkt zu integrieren, ist ja offenbar notwendig.
      3. Für Wartung Pumpe stoppen, Pause machen, dann erst Netzstecker ziehen.
      Ich hoffe die Speedys halten so dann tatsächlich länger.

      Gruss
      Andi
    • A.L. schrieb:

      Meine Schlussfolgerung um weitere Schäden an meinen 3 weiteren RD3's hoffentlich verhindern zu können:

      Becken werden mit einer Sonde geerdet. Vertex bietet sowas an, habe ich gesehen.
      Hallo Andi,

      ich kann dir die Titan-Elektrode von Zajac empfehlen. Davon habe ich drei Stück im Einsatz und kann nicht klagen. Übrigens sollte auch ein Heizstab aus Titan (Aqua Medic oder SCHEGO) ausreichen. Diese sind auch geerdet, bieten ausreichend Schutz und haben keine teure Elektronik eingebaut.

      Neben dem FI würde ich im Übrigen niemals auf eine vernünftige Beckenerdung verzichten wollen.

      LG
      Daniel
    • Hi Andi ...

      ich werde an meiner eigenen privaten Anlage, ebenfalls viele Pumpen verbauen. Am Hauptbecken laufen später 4 x 230er Speedys .... Es gibt ja durchaus Mechanismen, wie man Schäden an den Elektroniken vermeiden kann. Oben habe ich es ja genau erläutert. Das zwangsweise erden und die Überspannungsschutz-Verteiler kommen bei mir auch zum Einsatz.

      Ich werde auch den Haus-FI umgehen, bzw. drei eigene Stromkreise zur Aquarienanlage führen, die dann je Kreis, mit eigenem FI ausgestattet sind, aber nicht so empfindlich, wie der Haus-Fi. 0,3 anstelle 0,03
      Außerdem kommt noch eine Ableitkompensation zum Einsatz. ( Siehe hier leakcomp.de ) Damit bin ich dann hervorragend abgesichert.

      Wie gesagt, liegt es oft nicht selbst an den Pumpen, sondern durch äußere Einflüsse. Auf die Problematik mit den nicht geerdeteten Produkten anderer Hersteller, mussten wir erst mal drauf kommen, bis wir das raus gefunden haben.

      RD1 Pumpen kann ich bei mir nicht nehmen, da die Filteranlage im Keller steht. Ich werde zwei 150er Speedys als Hauptförderpumpen parallel fahren. Warum zwei 150 anstatt einer 230 ? Die beiden 150er laufen auf unterschiedlichen Stromkreisen, mit wahrscheinlich 100 bis 130 Watt je Pumpe.... Fällt eine 150er Speedy aus Gründen auch immer aus, steht nicht die gesamte Anlage. Schon früher, als wir noch im Anlagenbau unterwegs waren, habe ich immer z.b. zwei 6000er RD1 anstelle einer 12.000er RD1 eingebaut. Das Risiko dass beide ausfallen, ist weitaus geringer, als dass nur eine stehenbleibt.
      Aktuell planen wir die großen Speedys auch in 12 Volt zu bauen, allerdings nur bis max 200 Watt, um diese über Batteriebetrieb laufen zu lassen bei Totalstromausfall..
      Eine vernünftige Beckenerdung ist fast schon Pflicht, wenn so manche Hersteller auf die zwingend vorgeschriebene Erdung verzichten.

      Grüße ... Klaus
      Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....