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Schleimende und eindunkelnde SPS, Gewebeverlust an den Spitzen

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    • Hallo zusammen,

      ich habe erfreuliche Neuigkeiten. Es geht nun deutlich bergauf. Die Korallen werden wieder heller, bekommen Farbe und das Gewebe ist auch langsam wieder etwas fleischiger. Außerdem sind wieder Wachstumsränder bei den ersten angeschlagenen SPS zu sehen.

      An den vergangenen drei Wochenenden habe ich je 2x 150l Wasser gewechselt. Weitere Änderung war der Tausch von Fe-Adsorber auf Ultra Phos Al-Adsorber. Einige schmerzhafte Verluste musste ich aber bereits hinnehmen und da wird leider noch der eine oder andere Verlust dazukommen.

      Ich hoffe nun, dass ich den Aufschwung mitnehmen und endlich mal alles stabil halten kann.

      Viele Grüße
      Andreas
    • Hallo Andreas,

      ich drück dir die Daumen, klingt ja schon mal gut.

      Thema Anreicherungen;

      ich habe ja eigentlich auch in den letzten Jahren in meinen Schaubecken/Kundenbecken usw. immer wieder diverse Spurenelementemischungen getestet und auch länger genutzt.
      Was mir da aufgefallen ist, das deckt sich auch mit vielen Aussagen anderer Aquarianer;

      Start mit Produkt X, halbe Dosierung = positive Reaktion fast aller Korallen, besonders die Farbigkeit bei Acropora

      im weiteren Verlauf, je nach Produkt nach 3-6 Wochen = einige Korallen wurden dunkler , matt oder sogar braun, andere blieben schön und wurden sogar noch mal besser

      dann nach einigen Wochen habe ich das Produkt abgesetzt = da der Zustand bei einigen Korallen schlechter wurde und ich das nicht mehr abfangen konnte,(nur durch Wasserwechsel) die die gut aussahen blieben zwar gut, dennoch Abbruch der Elementezugabe.

      Warum schreibe ich das, meine Argumentation war immer, es ist lediglich eine Theorie und Vermutung. Einige Elemente in dem Produkt sind höher oder niedriger dosiert, dazu der evtl. individuelle Verbrauch der unterschiedlichen Korallen in unterschiedlichen Becken?

      Die Theorie, somit wird es zwangsläufig durch die Dosierung zu Anreicherungen oder Defiziten kommen weil sich eben nicht alles gleich verbraucht.

      Aber wie will man das heraus bekommen.
      Im Zeitlater von jeder Menge Labormöglichkeiten zwecks Analytik geht das aber nun doch sehr gut.
      So habe ich nun für mein Schaubecken folgendes Konzept aufgestellt;

      Keine Wasserwechsel mit Meersalz, nur im Notfall und dann mit natürlichem Meerwasser, (vorher analysiert und angeglichen).

      Einmal im Monat eine Analyse um die Elemente zu bestimmen.

      Dann die Defizite oder Anreicherungen ausgleichen bzw. erforschen wo was her kommt was gar nicht dosiert wird.(über Futter, Osmosewasser etc.)

      Als Beispiel, ich habe in den erwähnten Produkten für das alte Schaubecken in Flasche 1,2, 3 oder A, B, C von Hersteller X, Y oder Z immer auch Eisen mit dosiert. Geht ja nicht anders da es in einem Komplex ist. Wie hoch Eisen war weiß ich nicht.

      In meinem Fall des neuen Schaubeckens fehlte aber seit meiner jetztigen Heransgehensweise (seit ca. 4 Monten) gar kein Eisen, so die Analysen. Wenn das beim alten Becken auch so war, hätte ich es da also umsonst dosiert. Wäre dann zu viel Eisen schädlich, oder sorgt es für andere Probleme, oder ist das eh alles egal????

      Jetzt nach 4 Monaten Laufzeit des neuen Beckens wurde zum ersten mal etwas Eisen dosiert, da es laut Analyse fehlte.

      So verfahre ich seit genannter Zeit nun bei sämtlichen Elementen und dosiere sie alle einzeln. Dabei fällt z.B. auf, Strontium muss ich jeden Monat mit fast 200ml auf 2500Liter netto nachdosieren, viele andere Elemente (Beispiel Eisen) verbrauchen sich erst gar nicht, dann aber doch und nur minimal, wieder andere habe ich einmal dosiert und sie sind nun seit 3 Monaten stabil ohne weiteren Verbrauch, andere wie Kobalt fehlen jeden Monat aber nur um die 20ml als Zudosiereung

      Über die Relevanz der einzelnen Elemente weiß ich nicht viel, was ich aber weiß, ich werde mit Hilfe eines Monitorings nach und nach wissen was sich in meinem Tank genau verbraucht, werde durch nicht gemachte Pauschalzugaben auch nie einen Überschuss haben,(soweit die Theorie ) und hoffe so dem Thema Spurenelemente etwas näher zu kommen

      sorry für den langen Text ;)

      lg Norbert
      H Hersteller/Händler

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Atoll Riff Deko ()

    • Hallo Norbert,

      sehr interessanter Ansatz :thumbup: Aber dauerhaft WW mit NSW und monatliche Analysen sind (zumindest für mich) finanziell nicht stemmbar...
      Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: Tunze 6105 und 6095, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Ballinglight und Zeolight-Methode nach Fauna Marin
      Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita




      Viele Grüße
      Stefan
    • Hallo Andreas,

      das klingt doch schon mal recht toll.

      Norbert hat ja schon ganz viele Anregungen geliefert, Claude ebenso.

      Ich denke, ohne regelmäßigen Wasserwechsel wird man um die vielen Messungen vermutlich kaum umhinkommen.

      Anstelle von NSW würde ich aber eine gute Salzmischung verwenden. Und möglichst bei einem System/Anbieter bleiben. Ohne Messung und bei einem Mix von verschiedenen Systemen, kommt es zwangsläufig zu Verschiebungen wie bei dir jetzt.

      Ich freue mich, dass es wieder in die richtige Richtung geht..... :D

      LG :wink :wink :wink
      Daniel
    • Hi Stefan

      Wasserwechsel = 0, ist also nicht geplant, nur im Notfall.

      Wenn ja alles optimal vorhanden ist, sich nichts anreichern sollte, gibt es keinen Grund zu wechseln. Jörg Kokott sagte mal zu mir, warum willste evtl. schlechtes Wasser gegen gutes tauschen.(Korallen standen zu dem Zeitpunkt im alten Tank super, und ich wollte eigentlich nur meiner alten 20-jährigen Heransgehensweise treu bleiben ;) )


      wenn man den ansonsten anfallenden Wechsel mit Salz - und Spurenelementeverbrauch berechnet, vielleicht die ein oder andere teure Koralle nicht mehr verliert, nähern wir uns den +/-/0 an.

      bei z.B. 20% Wasserwechsel im Monat auf 2500Liter netto wären das bei mir und der jetzigen Laufzeit von 6 Monaten, schon alleine um die 3000Liter Wasser, + Aufbreitung,
      + das Salz dafür gewesen.

      Bricht man die Kosten auf ein 500Liter Becken runter, wirds glaube ich nicht soooo schlimm. Man kann ja will man die Erstbefüllung doch lieber mit Salz anmischen, anstatt natürlichem Meerwasser, auch dieses Wasser dann mittels der geplanten Herangehensweise nach und nach angleichen und optimieren.

      Da müßte mal jemand einen seriösen Kostencheck machen, =O ;) mir geht es jetzt erst mal um die Theorie und Praxis und dem Ergebnis nach sagen wir mal, einem Jahr. Ich will einfach mal wissen was sich innerhalb von 12 Monaten wirklich verbraucht und wie die Tiere dann aussehen, Farben Wachstum etc.(dann die Kosten errechnen)

      Eine Excel Tabelle mit den Dosisermengen je Monat hängt übrigens immer neben dem Schaubecken zur Einsicht für jeden.

      lg Norbert
      H Hersteller/Händler
    • Hallo Norbert,

      interessant wäre herauszufinden, ob die eine oder andere Koralle bestimmte Spurenelemente wirklich verbraucht, oder ob nicht doch einige Elemente von anderen Organismen abgegriffen werden. Oder sogar andere chemische Verbindungen, z.B. Mit Hilfe von Bakterien und Mikroorganismen eingehen, und sich so auf diese Weise aus dem System nehmen.
      Ich kenne viele Aquarianer mit ausgezeichneten Riffbecken. Darunter auch einige, die beim Wasseraustausch verschiedene Salz-Produkte bewusst im Wechsel verwenden. Mit Erfolg.
      Dem "Prinzip Giesskanne" in Sachen Spurenelementenzugabe bin ich schon lange mit Misstrauen begegnet.
      Gruss
      Hajo
      Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
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      (Mark Twain)
    • Hallo Norbert,

      vielen Dank für die sehr informativen Zeilen.

      Man kann da jetzt natürlich rätseln, was der ausschlaggebende Punkt für den Abwärtstrend nach Jahreswechsel war. Anfangs im Thread hatte ja Hans-Werner eine interessante Theorie, die in Richtung Zeolitheinsatz und den daraus folgenden Eingriff im N/P-Gleichgewicht ging, eingebracht. Der Kalkhaushalt war lt. Analyse leider auch nicht ganz im Lot und dazu dann noch einige Elemente teils stark erhöht und andere zu niedrig. Woran es jetzt genau lag, wird wohl niemand rausfinden. Aber zum Glück gibt es ja einen Reset-Knopf in Form großer Wasserwechsel.

      Ich muss gerade staunen, wie schnell sich doch bereits stark geschädigte Korallen - auch Acropora - regenerieren können.


      Daniel, Überschneidungen zweier Systeme gab es bei mir nicht, falls das so verstanden wurde. KZ wurde bis auf die Futterkomponenten komplett abgesetzt und nach 5-6 Wochen ohne Zugaben das Zeo Light gestartet. Nach Start des Zeo Light habe ich nichts mehr von KZ dosiert. Ich hatte zum Ende des letzten Jahres eine sehr gute farbliche Entwicklung im Becken und größtenteils ist alles ganz gut gewachsen. Das sieht man auch in meiner Beckendoku im letzten Update vor dem Jahreswechsel ganz gut. Daher habe ich mich ja auch Mitte Dezember entschieden, mal eine Analyse machen zu lassen. Da war nichts wirklich auffällig außer eben Barium. Nach Recherchen im Netz ließ ich mich im Glauben, dass erhöhte Bariumwerte nicht schlimm sind, weil Ba meist in nicht bioverfügbaren, schwer löslichen Bariumsalzen vorliegt. Claude sagte mir aber, dass das nicht so einfach ist, das damit abzuhaken. Naja dann kam der Reset und jetzt passt es wieder.


      Undine, ich habe bei mir in der Beckendoku bereits geschrieben, dass ich das Zeo Light nach einer Woche komplett abgesetzt habe. Wenn sich alles wieder eingependelt hat, werde ich dieses System wieder starten.

      Viele Grüße
      Andreas
    • Hallo Hajo

      richtig, so auch mein Wissen und meine Vermutungen, beim Verbrauch von Spurenelementen (=SE) sind alle dabei. (Algen, Cyanos, Dinos, Bakterien etc.)

      Daher die von mir erwähnte Relevanz SE zu Korallen, aber wie will man das testen? Korallen ins Wasser und nach nach ein SE nach dem anderen entziehen wäre ein Möglichkeit. ;)

      Mir fehlen da grundsätzlich ganz viele Informationen. Sind SE A und B überhaupt wichtig für Korallen , kann z.B. ein SE nur funktionieren wenn das andere SE vorhanden ist. Welches SE ist z.B. für die Farbe einer Koralle zuständig. Man liest immer wieder, Eisen ist für die Grünfärbung zuständig, und und und.

      Das alles ist für mich einfachen Aquarianer ein Buch mit 7 Siegeln. Gerade das macht es aber auch spannend, kann man doch grob gesagt mit der "ich halte mich so genau es geht an die Referenz aus dem Meer" Methode, einiges an Unwissenheit kompensieren.

      Und ja, selbstverständlich gibt es sehr viele schöne Becken ohne viel Schnick Schnack, einige stehen nur kurz, andere über viele viele Jahre sehr gut. Da könnte man nun auch ansetzen und forschen, was macht den Unterschied.

      Ich für mich sehe in der relativ einfachen genannten Herangehensweise den großen Vorteil, ich bin mir zu jeder Zeit sicher, sollte mir mal mein Auge was anderes sagen, die SE sind es ganz sicher nicht. Dann kann man evtl. auch dem Aktionismus dem man manchmal unterlegen ist aus dem Weg gehen, und die wirklichen Ursachen heraus finden. ;)

      Speziell bei SPS Becken schätze ich die durchschnittliche Standzeit auf hohem Niveau, (aber wirklich ohne Probleme) auf 2-3 Jahre.Wobei man hier natürlich auch andere Faktoren wie den beabsichtigten Ritt auf der Rasierklinge, bei extremen Stick- und Nährstoffwerten nennen muss.

      Aber das ist eine andere Baustelle

      lg Norbert
      H Hersteller/Händler